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Ein Grönland Kreuzfahrt Reisebericht von Burkhard Kölzsch - Teil 2 - Ostgrönland

In der vorherigen Ausgabe unseres Blogs lasen Sie, was Burkhard und Doris Kölzsch in Westgrönland erlebt haben. In dieser Ausgabe schließen wir den Grönland Reisebericht von Burkhard Kölzsch ab. Es geht mit der HANSEATIC nature von Hapag-Lloyd Cruises nach Ostgrönland und von dort schließlich über Island und die Orkney-Inseln nach Hamburg.

19.09.2023 Dronning Marie im Skjoldungensund

Nach einer unruhigen Nacht mit hohen Wellen gab es um 4:30 Uhr einen mächtigen Ruck. Das Schiff verließ die unruhige See und bog nach Backbord in den Skjoldungensund ein.

Ich hatte mich für eine Kanufahrt angemeldet und den wasserdichten Anzug bereits bei der Einweisung erhalten. Thomas, unser Kajakexperte, zeigte uns die Gegend um das Schiff aus einer neuen Perspektive. Wir fuhren nah an einen Eisberg heran und konnten sehen, wie weit sich dieser Koloss noch unter Wasser ausbreitete. Es war schön, nach vielen Jahren wieder einmal Kajak zu fahren. Hatte ich vor 20 Jahren die romantische Mecklenburger Seenplatte durchkreuzt, so war es jetzt Grönland im eisigen Wasser bei gewaltiger Kulisse.

20.09.2023 Tasiilaq

Mit den Zodiacs ging es an Land zur größten Stadt in Ostgrönland. Es gab verschiedene Highlights. Bei der Hundefütterung wurde uns erklärt, dass Hundeschlitten im Winter noch ein wichtiges Verkehrsmittel sind. Auch wenn sie wie Huskys aussehen, sind es Grönlandhunde. Sie haben ein dickeres Fell, sind besonders ausdauernd und können sehr schwere Lasten ziehen. Vorbei am Friedhof wanderte ich zum Tal der Blumen. Die Berge spiegelten sich fantastisch im Wasser. Vor der Rückfahrt zum Schiff wurde von Mitgliedern des Kirchenchores der traditionelle Trommeltanz und Lieder aus der Region aufgeführt. Zurück an Bord lauschten wir nach dem Abendessen bei einem Gin Tonic dem Bericht einer Skiexpedition über das grönländische Inlandeis.

21.09.2023 auf dem Weg zum Scoresby Sund

Bis zum Scoresby Sund waren es noch 900 km. Den Seetag verbrachten wir mit Ausschlafen, Sauna, Lesen und der Beobachtung von Tieren. Wie bizarr die Steine der Umgebung aussahen, haben wir in der Ocean Akademie unter dem Mikroskop betrachtet. Eisberge kreuzten unseren Weg auf der Dänemarkstraße. Das Wetter spielte in Nordostgrönland weiter verrückt. Ein Seebeben und ein Tsunami, der bis 30 Meter ins Inland reichte, machten unserem Traum, Nordostgrönland mit dem größten Nationalpark der Welt und vielleicht Eisbären zu sehen, einen Strich durch die Rechnung. Eine Anlandung wurde untersagt, wir mussten diesen Expeditionspunkt streichen. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben! Wir müssen eben wiederkommen. So hatten wir mehr Zeit, den Scoresby Sund zu erkunden.

22.09.2023 Kangertittivaq, auch Scoresby Sund genannt

Der Kangertittivaq ist das größte und längste Fjordsystem der Welt. Nachts fuhren wir in den Scoresby Sund ein. Mit vorgeschriebenen 5 kn glitten wir an bizarr geformten gigantischen Eisbergen vorbei, bevor wir unseren Anlandungsplatz, das Sydkap, erreichten. Nach dem Mittagessen startete unsere Gruppe zur Ausbootung. Von der Landungsstelle gelangten wir auf eine kleine Halbinsel und konnten neben den herbstlichen Pflanzen einen mümmelnden Polarhasen beobachten. Er ließ sich von uns nicht stören.

Heute war Eisbaden angesagt, also Badehose an und los. Toddo hatte Handtücher eingepackt. Sonne, kein Wind, aber Eis an der Landestelle. Ich ließ mich nicht lumpen und nutzte als einziger das von den Zodiacs aufgebrochene Eis zum Abtauchen und ging als „Eisschollenschieber“ zurück an Land. Adrenalin pur – aber kalt war es auch.

Gegen 22 Uhr hallte es durch den Lautsprecher – „Nordlichter überall“, und das bis in die tiefe Nacht.

23.09.2023 Der Eielson Gletscher und der rote Canyon im Rypefjord

Gegen Morgen begann es um das Schiff zu knirschen. Es wurde immer lauter und plötzlich spielten wir Eisbrecher auf dem Weg zum Eielson Gletscher. Die Zodiacfahrt zum Gletscher musste ausfallen, denn durch geschlossene Eisdecke kommen die Zodiacs nicht durch. Der Kapitän testete persönlich die Eisdicke. Zum Betreten war es zu dünn. Kurzerhand wurde die Marina ausgefahren, der Service schenkte bei Musik heißen Kakao mit Sahne aus. Man konnte von hier unten den Blick zum Gletscher über spiegelblankes Eis genießen. Wir drehten langsam und fuhren durch unsere sich bereits schließende Fahrrinne zurück.

Nachmittags erreichten wir den roten Canyon. Laufen war schwierig und deshalb spazierten wir am Strand entlang. Auf der Rückfahrt umrundeten wir einen ungewöhnlichen Eisberg mit Farben, die auf ein hohes Alter hinwiesen.

Bei langsamer Ausfahrt aus dem Fjordsystem genossen wir am späten Abend die vielen Nordlichter.

24.09.2023 Ittoqqortoormiit

Entlang monumentaler Eisberge nährten wir uns Ittoqqortoormiit mit seinen bunten Häusern, unserem letzten Stopp auf Grönland. Wir wurden neugierig von Einwohnern begrüßt. Es gab eine Schlittenhundefütterung, Kinder spielten und zeigten uns, wie geschickt sie mit ihren Rädern die steilen Wege hinunterbrausen konnten. Es gab eine kleine, schöne Kirche, die man unbedingt besuchen sollte. Drinnen wurden wir von zwei Kindern über die hiesige Kultur informiert. In einer Touristeninformation konnten wir schließlich Souvenirs von Grönland erwerben, wie Moschusochsenwolle, Gestricktes, Geschnitztes und Gemaltes. Wir schlenderten weiter durch die steilen Straßen und fanden ein Fußballfeld. Für ein Fußballspiel zwischen der Mannschaft des Schiffes und den Einwohnern hatten wir leider zu wenig Zeit. Vielleicht ist das an einem Sonntag auch nicht so üblich.

Vom hochgelegenen Hubschrauberlandeplatz hatte man einen großartigen Blick über die unendliche Weite. Wir sagten Goodbye und Auf Wiedersehen und uns winkten am Strand lachende Mädchen zu. Der Besuch eines Schiffes ist immer eine Abwechslung zum Alltag. Unser Schiff nahm Post bis zum nächsten Hafen mit und schenkte den Dorfbewohnern einige Lebensmittel. Für uns war es ein schöner und auch schwerer Abschied von Grönland, seinen aufgeschlossenen Menschen, den atemberaubenden Eisbergen, den Blumen, Büschen und Bäumen, deren Größe sich nicht stark unterscheidet. Es ist schwer, in dieser Gegend dem Wetter zu trotzen. Wir verlassen den Fjord und steuerten bei Wellengang Island an.

26.09.2023 Seydisfjördur

Das Wetter war wie so oft – Regen. Dadurch wurden alle Wanderungen noch schwieriger. Mit Schirm und dem Charme des kleinen Städtchens besuchten wir den Regenbogenweg, der bis zur hellblauen Kirche führte. Wir sahen dem Treiben auf der Straße zu und freuten uns wieder auf das Schiff. Gegen Mittag ging es dann vorbei an vielen großen und kleinen Wasserfällen in Richtung Kirkwall auf den schottischen Orkneys.

Vor dem Abendessen öffnete im Hanseatrium eine besondere Bar. Die Offiziere mixten Lieblingscocktails und man konnte sich von einer zur anderen „Mix-Station“ durchprobieren. Ein Genuss besonderer Art kam von der Crew-Band mit Nadine, unserer General Expeditionsmanagerin, die als Sängerin auftrat. Im Anschluss folgte der nicht fehlende Kapitäns Talk. Wir merkten an der Stimmung, dass so langsam die Reise zu Ende ging. Kirkwall, ein abschließendes Highlight, erwartete uns noch. Wir verlassen für einen kleinen Moment die EU und freuten uns auf einen freundlichen Empfang.

28.09.2023 Kirkwall auf den Orkney Inseln

Ein Muss in Kirkwall ist der Besuch der St.-Magnus-Kathedrale. Tendern war angesagt. Da wir nicht allein in Kirkwall waren, hieß es früh an Land, um dem Trubel aus dem Weg zu gehen. Bei schönem Wetter konnte man in dem kleinen Städtchen spazieren gehen. Diesmal keinen Whisky, aber dafür wurde ein guter Gin gekauft.
Beim Auslaufen startete auf dem Pooldeck eine "very british Sail-Away-Party", mit Fish & Chips und anderen britischen Spezialitäten + lokalem Bier.

Wir nahmen persönlich Abschied bei Toddo, dem Expeditionsleiter. Es war eine wunderschöne Reise mit großartigen Erlebnissen! Kein Goodbye, sondern auf ein baldiges Wiedersehen. Am späteren Abend kamen wir zum Kapitäns-Farewell-Cocktail zusammen. Der Kapitän ließ die Reise Revue passieren. Untermalt wurde der Abend vom legendären HANSEATIC Nature Shanty Crew Chor. Die meisten Crewmitglieder kommen von den Philippinen und deshalb wurden neben deutschen Seemannsliedern auch ein Lied in Tagalog gesungen.

30.09.2023 Hamburg

Nach dem letzten Seetag liefen wir sehr früh bei Sonnenaufgang in Hamburg ein.

Der Transfer zur Weiterreise in die Heimat klappte sehr gut, sodass wir am Nachmittag voller besonderer, schöner, einmaliger und einfach wunderbarer Eindrücke in unserem Zuhause ankamen. Etwas, das bleibt...

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Sind Sie begeistert von den Reiseerlebnissen von Burkhard und Doris Kölzsch, so dass Sie nun ebenfalls den Wunsch haben, Ostgrönland zu erkunden? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung, um Sie bei der Auswahl der für Sie am besten geeigneten Expedition zu beraten.

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