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Ein Grönland Kreuzfahrt Reisebericht von Burkhard Kölzsch - Teil 1 - Westgrönland

Wir bei Eisexpeditionen.de freuen uns immer über Rückmeldungen und Reiseberichte unserer Gäste nach ihrer Rückkehr, die wir dann auch gerne hier in unserem Blog veröffentlichen. Burkhard Kölzsch sandte uns bereits seinen zweiten Erfahrungsbericht. Im September 2023 ging es mit der HANSEATIC nature von Hapag-Lloyd Cruises auf Kreuzfahrt in West- und Ostgrönland. Lesen Sie im ersten Teil, was Burkhard und Doris Kölzsch in Westgrönland erlebt haben.

Anreise per Sonderflug

Grönland, ein wunderbares Land, die größte Insel der Welt und ein MUSS, wenn man fremde Länder mit Eis und verschiedenster Fauna und Flora mag. Ein Land ohne Straßensysteme und deshalb kam für uns nur eine gemeinsam mit Eisexpeditionen.de geplante Seereise mit Expeditionsschiffen der Hapag Lloyd Cruises in Betracht. Die Schiffe mit der familiären Atmosphäre sind uns ans Herz gewachsen.

Unbekannte Gegenden, schlecht vermessene Seewege und schnelle Reiseanpassungen auf Wetterverhältnisse, sind eine Spezialität der super Zusammenarbeit von Expeditions- und Schiffscrew, die wir in der Arktis und Antarktis kennen und schätzen gelernt haben.

Bis zum Start war Frau Hillemann von Eisexpeditionen mit ihren Erfahrungen, mit ihrer lebhaften freundlichen Kompetenz und ihrer umsichtigen Beratung zu allen Fragen an unserer Seite.

Der Hinflug ab Hannover und der gemütliche Zieleinlauf in Hamburg ersparte uns Aufregungen. Insgesamt waren wir 14.500 km in 21 Tagen unterwegs und besuchten 5 Länder. Bereits in Hannover wurden wir herzlichst vom Expeditionsteam der Hanseatic Nature begrüßt. Die Freude war groß, bekannte Gesichter vorheriger Reisen in die Arme zu nehmen.

Einchecken, in den Flieger und weg. Den ersten Eindruck der unermesslichen Weite des Eises sahen wir schon beim Flug über Island und Grönland bei super Wetter nach Kangerlussuaq.

11.09.2023 - Kangerlussuaq

Eismassen, Eisstrukturen, soweit das Auge reicht. Wie lange wird das noch so sein? Nach der Landung ging es nach 5 Stunden aus dem Flieger und mit umgebauten Lastwagen oder Bussen "über Stock und Stein" zum Søndre Stromfjord. Dort warteten Tenderboote für die Überfahrt zum Schiff auf uns. Wir hatten uns schon auf die erste Fahrt mit den Zodiacs gefreut. Regenhosen waren im Handgepäck. Expeditionsteam und Mannschaft warteten auf uns, alles war bestens vorbereitet. Nun lernten wir die dritte und "älteste" Schwester der Hanseatic Expeditionsschiffe kennen. Wir fühlten uns nach dem herzlichen Empfang sofort zuhause.

Von einer früheren Reise kannten wir "Toddo" (Torsten Prietz) den Expeditionsleiter. Wir freuten uns, ihn zu sehen. Mit seiner Ruhe und Verlässlichkeit gegenüber allen, auch Mitreisenden mit Handicap, sorgte er für eine entspannte, vertrauensvolle Atmosphäre.

Nach der Seenotrettungsübung starteten wir zu einer ruhigen Fahrt durch den Søndre Stromfjord nach Sisimiut. Das, was uns die kommenden 20 Tage erwarten würde, erzählten uns Toddo und Kapitän Jens Troier am ersten Abend. Das Wetter, die Wellen und der Eisgang legen die Routen fest, und davon wird es nicht wenig geben. Tiere, viele Pflanzen im grönländischen Herbst und auch das eine oder andere Nordlicht werden wir sehen.

Grönland ist ein wunderbares Land, ein Land mit wenigen und kleinen Siedlungen. So ist eine Expeditionsseereise die beste Art, das Land zu erkunden. Die Expedition wurde oft zu einer Entdeckerreise, denn nur wenige Fjorde sind gut ausgemessen. Vieles haben wir während der Reise kennengelernt und sind offen für Neues und Ungewohntes.

Wir sahen die wunderbare Welt des Eises, der Flora und Fauna von Grönland. Das war nur durch die enge Zusammenarbeit von Kapitän und Expeditionsteam möglich. Der Erfolg der Reise hing von dem Vertrauen in die Entscheidungen dieses Teams ab. An erster Stelle stand immer die Sicherheit des Schiffes und der Passagiere.

12.09.2023 - Sisimiut

Sisimiut ist die zweitgrößte Stadt in Grönland, die wir direkt über die Gangway betraten. Es nieselte, aber mit Schirm und regenfester Jacke marschierten wir los, um die kleine Stadt mit der Museumsinsel kennenzulernen.

Unweit des Hafens befindet sich eine kleine Künstlerwerkstatt, wo wir zuschauen konnten, wie die kleinen Figuren, die Tupilaks, geschnitzt werden. Auch das "ULU", ein noch heute viel verwendetes Frauenmesser, kann man dort erwerben. Meine Frau war begeistert und fachsimpelte mit einer Inuitfrau, die selbstgesponnene Moschusochsenwolle verarbeitete.

Das Museum zeigt die Geschichte des Jagens mit den Kanus. Es ist doch erstaunlich, wie mit diesen kleinen Booten gejagt wurde und teilweise heute noch gejagt wird. Der Tag endete mit einem Willkommens-Cocktail, bei dem uns der Kapitän seine gesamte Crew vorstellte.

14.09.2023 – Ilulissat/Diskobucht

Ilulissat und die Diskobucht gehören zusammen. Massen an Eis und die Natur in allen möglichen Farben. Ein schöner Sonnenuntergang empfing uns. Mit den Zodiacs ging es an Land und per Bus zur Wanderung am Eisfjord.

Der Weg war sehr gut über einen Holzsteg entlang der Farbenspiele der Pflanzenwelt zu erreichen. Bei Sonnenschein waren die Eisfelder schon von Weitem zu sehen. Der Blick war atemberaubend. Direkt an der Eiskante konnte man den "Eisbergproduktionsbereich" sehen. Die Eisberge bewegen sich ca. 40 Meter pro Tag zur Kante und wenn sie genug abgeschmolzen sind, geht es auf die Reise. Der schönste, aber auch schwer zu erreichende Platz, war die Bank mit Blick über den Fjord.

Am Nachmittag bahnte sich die Hanseatic Nature den Weg vorsichtig durch neue Eismassen zur Diskobucht. Großartige Eisberge und eine mystische Umgebung erwarteten uns. Mit dem Zodiac schlängelten wir uns durch die Eisberge. Fotografieren und einfach genießen und den Erläuterungen folgen. Auf dem Weg zum Schiff erwartete uns eine mobile Bar mit heißer Schokolade mit Rum.

Der Tag endete mit ruhigen Pianomelodien vom Ozeanpianist Uwe Künstler.

15.09.2023 - Evighedsfjord

Bereits vom Schiff aus konnte man den eindrucksvollen Gletscher im Evighedsfjord sehen. Dort angekommen fuhren wir zum Strand. Nach einem anstrengenden Spaziergang ging es bei der Rückkehr zum Schiff dicht an diesem Gletscher vorbei. Ich sagte mir "und jetzt müsste er kalben" und schon brach ein großes Stück donnernd vom Gletscher ab.

15.09.2023 – Seetag

Was macht man an einem Seetag? Viel Zeit zum Ausruhen, Sauna, Vorträgen zuhören, die Ozean Akademie besuchen und die Fotoausrüstung pflegen. Eine abendliche Unruhe zum Wetter in Ostgrönland war unter dem Expeditionsteam und dem Kapitän zu merken. In Ostgrönland tobte ein Sturm mit Wellen bis zu 11 Metern. Bei einem späten Spaziergang auf dem Aussichtsdeck konnte ich die ersten Nordlichter sehen. Kamera holen und erste Fotos machen.

16.09.2023 – Ivituut

Schon um 9 Uhr waren wir für den Landgang in Ivituut vorgesehen, also fix frühstücken und für die Zodiac-Fahrt vorbereiten. Hier wurde Kryolith für die Aluminiumherstellung abgebaut. Heute nutzen Tiere, z.B. der Polarhase und das Schneehuhn, die ruhige Gegend. Nachmittags gab es eine Planänderung. Wir machten kurzerhand mit den Zodiacs eine Fahrt in den unbekannten Ikka-Fjord. Dort warteten viele Moschusochsen auf uns und am Abend wieder Nordlichter.

17.09.2023 Qassiarsuk/Brattahliò

Die Wandergruppe durfte als Erste an Land. Eine Spur "Blaujacken" zog am Denkmal von Otto Frederiksen, dem Gründer des Ortes, vorbei in die Berge. Von dort hatten wir einen großartigen Blick auf den Ort, die Ausgrabungen und natürlich auf unser schönes Schiff. Ich traf mich mit meiner Frau an der nachgebauten christlichen Kirche und wir besichtigten unter anderem das rekonstruierte Torfhaus aus der Thule Kultur. Es ist doch erstaunlich, wie man die strengen Winter hier überleben konnte.

Mittags ging es zurück zum Schiff zur Pool Deck "Pølser Party". Bei leckerem Essen und guter Stimmung genossen wir die an uns vorbeiziehende Fjordlandschaft.

Der Elektriker "bastelte" und wir konnten ab 23 Uhr das faszinierende Schauspiel tanzender Lichter ohne störende Decksbeleuchtung sehen. Der beste Blick war hinten von der Ozean Akademie auf Deck 8.

18.09.2023 Prins Christian Sund

Sehr früh fuhren wir in den Prinz Christian Sund ein. An uns zogen hohe Berge und große Gletscher vorbei. Fotomotive ohne Ende. Der Kapitän ließ es sich nicht nehmen und fuhr sehr dicht an einen beeindruckenden Gletscher heran. Bei der Ausfahrt winkte uns ein Wal mit seiner Fluke zum Abschied zu. Das Bild und die Koordinaten gingen sofort an Happywhale!

Vorbei an Eisbergen und bei 6 Meter Wellen fahren wir weiter zum Skjoldungensund.

Wie die Reise weitergeht, lesen Sie im zweiten Teil des Reiseberichts von Burkhard Kölzsch.

Den ersten Reisebericht von Herrn Kölzsch zur Expeditionstour zur Antarktischen Halbinsel über die Falklandinseln, Südgeorgien und die Süd Orkney Inseln finden Sie hier: Eisexpeditionen Erfahrungen: Die Antarktis – Eine Reise ans andere Ende der Welt von Burkhard Kölzsch.

Sind Sie von den Reiseerlebnissen von Burkhard Kölzsch und seinen Erfahrungen so fasziniert, dass Sie nun ebenfalls den Wunsch haben, Grönland zu erkunden? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung, um Sie bei der Auswahl der für Sie am besten geeigneten Expedition zu beraten.

Ihr Team von Eisexpeditionen, Ihr Spezialist, wenn es um Expeditionskreuzfahrten geht!
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