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Die Überfahrt durch die Drakepassage ist für viele Gäste einer Antarktiskreuzfahrt ein spannender Teil des Abenteuers. Sie gilt als das berüchtigtste Seegebiet der Weltmeere – mit starken Winden, meterhohen Wellen und unberechenbarem Wetter. Aber ist die Drakepassage wirklich so gefährlich, wie ihr Ruf vermuten lässt?
In diesem Beitrag klären wir, was Reisende realistischerweise erwartet, warum die Passage manchmal ruhig und manchmal stürmisch ist – und wie moderne Expeditionsschiffe sowie gute Vorbereitung die Durchquerung sicher und angenehm machen können.
Die Drakepassage – auch Drakestraße genannt – ist der Seeweg zwischen der Südspitze Südamerikas (Kap Hoorn) und der Antarktischen Halbinsel. Mit rund 1.000 Kilometern Länge ist sie das kürzeste offene Meer zwischen zwei Kontinenten – aber zugleich eine der stürmischsten Wasserstraßen der Erde.
Die Passage verbindet den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean und ist Teil des einzigen weltumspannenden Meeresstroms: des Antarktischen Zirkumpolarstroms. Diese gewaltige Meeresströmung treibt ungehindert um den gesamten Kontinent und beeinflusst maßgeblich die Wetterverhältnisse in der Region.
Die Drakepassage hat ihren Ruf nicht von ungefähr: Sie liegt in einer Zone, in der ständige Westwinde (die „Roaring Forties“ und „Furious Fifties“) auf den offenen Ozean treffen, ohne dass Landmassen den Luftstrom bremsen. Dazu kommen starke Temperaturunterschiede zwischen warmem Nordatlantikwasser und eiskalten antarktischen Strömungen, die das Wetter zusätzlich destabilisieren.
Das Ergebnis sind oft schnell wechselnde Bedingungen mit kräftigem Wind, hohem Wellengang und gelegentlichen Tiefdrucksystemen. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Drakepassage immer rau ist – es gibt auch Tage mit überraschend ruhiger See.
Unter Expeditionsreisenden sind zwei Begriffe geläufig:
„Drake Shake“ beschreibt die Passage in ihrer stürmischen Variante – mit starkem Seegang und Schaukelei.
„Drake Lake“ hingegen steht für die ruhigere Version – mit flacher See, kaum Wind und einer erstaunlich sanften Überfahrt.
Welche Variante Sie erleben, ist nicht vorhersehbar – das Wetter kann sich innerhalb weniger Stunden ändern. Moderne Wettermodelle ermöglichen zwar eine grobe Einschätzung für die nächsten Tage, doch auch erfahrene Kapitäne können den genauen Seegang erst kurzfristig abschätzen.
Nein, für gut vorbereitete Expeditionsreisen ist die Drakepassage nicht gefährlich – aber herausfordernd. Alle Schiffe, die diese Route befahren, sind polarverstärkt, verfügen über modernste Navigations- und Stabilisierungstechnik und werden von erfahrenen Besatzungen gesteuert.
Zudem sind alle Reedereien verpflichtet, strenge Sicherheitsprotokolle einzuhalten und ihre Fahrpläne flexibel an die Wetterverhältnisse anzupassen. Bei besonders starkem Sturm kann es vorkommen, dass ein Schiff einige Stunden länger in Hafenlage verbleibt oder die Route leicht geändert wird – im Sinne der Sicherheit und des Komforts.
Viele Reisende sorgen sich vor der Überfahrt – insbesondere wegen möglicher Seekrankheit. Tatsächlich kann starker Seegang das Gleichgewichtsorgan herausfordern, doch es gibt heute wirksame Mittel und Tipps, um Beschwerden zu vermeiden oder zu lindern:
Moderne medikamentöse Präparate wie Scopolamin-Pflaster oder Antihistaminika helfen effektiv
Wer empfindlich ist, sollte sich in der Mitte des Schiffs aufhalten – dort ist die Bewegung am geringsten
Blick auf den Horizont und Aufenthalt an der frischen Luft stabilisieren den Gleichgewichtssinn
Leichtes Essen, ausreichend Schlaf und viel Flüssigkeit unterstützen den Körper zusätzlich
Die meisten Gäste gewöhnen sich nach einem Tag auf See schnell an die Bedingungen – oft ist die Sorge größer als die tatsächliche Belastung.
Gerade weil die Drakepassage als legendär gilt, empfinden viele Reisende ihre Überquerung als essentiellen Teil der Antarktiserfahrung. Die Reise beginnt mit einem echten Gefühl von Expedition – und je weiter man sich dem siebten Kontinent nähert, desto intensiver wird die Vorfreude.
Viele Schiffe bieten während der Seetage ein abwechslungsreiches Bordprogramm:
Vorträge von Polarforschern, Meeresbiologen oder Historikern
Einführung in Zodiaclandungen und Sicherheitsbriefings
Möglichkeiten zur Tierbeobachtung – mit Glück lassen sich Albatrosse, Sturmvögel oder sogar Wale sehen
So wird selbst ein stürmischer Tag auf See zum informativen und spannenden Erlebnis.
Nicht zwingend. Für Reisende, die die Passage unbedingt vermeiden möchten, gibt es Fly-Cruise-Optionen, bei denen der Flug von Punta Arenas (Chile) direkt zur Antarktischen Halbinsel erfolgt – zum Beispiel nach King George Island. Dort steigen die Gäste direkt auf das Expeditionsschiff und umgehen so die Seepassage.
Diese Programme sind allerdings wetterabhängig, oft teurer und in ihrer Terminwahl eingeschränkter. Viele erfahrene Polarreisende empfehlen deshalb die klassische Route – inklusive der Drakepassage als Teil des Abenteuers.
Die Drakepassage gehört zur Antarktiskreuzfahrt wie das Eis zur Antarktis. Sie ist ein Naturphänomen, das Respekt verdient – aber dank heutiger Technik, sicherer Schiffe und guter Vorbereitung kein Grund zur Sorge sein muss.
Ob ruhiger „Drake Lake“ oder wilder „Drake Shake“: Wir von Eisexpeditionen.de bereiten Sie umfassend auf alle Bedingungen vor – mit individueller Beratung, Packtipps, Reiseapotheke-Empfehlungen und Erfahrungsberichten. So wird Ihre Überfahrt nicht zur Mutprobe, sondern zum unvergesslichen Einstieg in eines der letzten großen Abenteuer unserer Zeit.
Wir von Eisexpeditionen.de beraten Sie gerne persönlich zu Reisen in die Antarktis.
Ihr Team von Eisexpeditionen, Ihr Spezialist, wenn es um Expeditionskreuzfahrten geht!65.170
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