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Südliche Orkney-Inseln – ein antarktisches Tierparadies

Die Südlichen Orkney-Inseln mögen nicht so bekannt sein wie andere Destinationen. Aber in der Antarktis sind sie ein wahres Tierparadies und erlauben zudem einzigartige Fotoaufnehmen von Eisbergen. Zeit, sich diesen für Eisfreunden faszinierenden Inseln in unserem heutigen Blogbeitrag zu widmen.

Lage

Die Südlichen Orkney-Inseln sind eine Inselgruppe zwischen der Scotia-See im Norden und dem Weddellmeer im Süden des Südlichen Ozeans. Die Orkney-Inseln sind durch vier große Inseln geprägt, nämlich durch die Inseln Coronation („Krönung“), Signy, Powell und Laurie. Daneben gibt es eine Reihe kleinerer Inseln und felsiger Eilande. Die Inseln haben eine Fläche von rund 620 Quadratkilometern. Geographisch gehören die Südlichen Orkney-Inseln zu dem sogenannten britischen Antarktis-Territorium.

Natur

Die Südlichen Orkney-Inseln sind im Winter durch kontinuierliches Packeis verbunden, das vom Weddellmeer aus über die Inseln zieht. Trotz ihrer antarktischen Lage bilden die Südlichen Orkney-Inseln eine Lebensgrundlage für viele Tiere. Denn die robuste Vegetation schafft eine beeindruckende und robuste Tundra. Auf den Inseln wachsen Moose und Flechten und bilden die Nahrungsgrundlage für Tiere.

Sagenhafte Eisberge

Ein erstes Highlight der Südlichen Orkney-Inseln sind ihre Eisberge. Sie können hier sagenhafte Aufnahmen machen, die Sie ein Leben lang nicht vergessen werden. Wenn wir uns dann vorstellen, dass 80-90% dieser Süßwassereisbrocken sich unter der Wasseroberfläche befinden, werden wir von der schieren Größe überwältigt. Manche dieser Eisberge können Zehntausende von Jahren alt sein und hier schon zu einer Zeit gewesen sein, als Menschen auf der Erde noch keine große Rolle spielten. Sie sind Zeugen längst vergessener Epochen, und wenn Stücke abbrechen, sie kalben, entstehen einzigartige Naturschauspiele.

Warum sollten wir in die Antarktis reisen, um Eisberge zu bestaunen? Weil sie noch größer sind als ihre arktischen Verwandten. Manche von ihnen wiegen Millionen von Tonnen. Andere sind größer als Inseln wie Jamaika. Wenn so ein großer Tafeleisberg einen Teil verliert, also kalbt, entstehen damit manchmal neue Riesen.

Tierwelt

Die von Menschen unbewohnten Inseln (natürlich mit Ausnahme des Besuchs von Forschern) sind ein Paradies für die Tiere in der antarktischen Region. Insbesondere viele Seevögel nutzen die Inseln als Nistplätze, darunter Möwen, Seeschwalben, Sturmvögel und Schneesturmvögel. Sie nisten entweder in der kargen Landschaft oder auf den Felsen und Klippen.

Aber auch Robben zieht es in großen Mengen an die felsigen Küsten und Strände. Hier entdeckte James Weddell bei seinen Expeditionen eine neue Robbenart, die bis heute seinen Namen trägt. Werfen wir einen Blick auf die anderen Highlights der Tierwelt, die Sie hier auf Ihrer Expeditionsseereise bestaunen können:

Adeliepinguine

Eines der schönsten Tiere, das Sie auf den Süd-Orkneys entdecken können, sind die Adeliepinguine. Die den antarktischen Witterungen tapfer trotzenden Pinguine können bis zu 70cm groß und 6kg schwer werden. Schwarze Gesichtsfedern und weißer Bauch mit einem dünnen weißen Kreis um die Augen zeichnen sie aus. Es wird ein unvergesslicher Moment für Sie sein, wenn Sie die kleinen Pinguine in ihrem natürlichen Lebensumfeld beobachten können. Die Adelie-Pinguine jagen am liebsten im seichten Küstengewässer nach Nahrung (Krill, kleine Fische, Tintenfisch). Daher bilden die Küsten der Inseln für sie ein perfektes Lebensumfeld. Ein Glück für Expeditionsseefahrer, die die Tiere von Bord und bei Anlandungen mit den Zodiacs beobachten können. So kommen sie den Tieren ganz nahe, ohne sie zu stören.

Steinbrecher

Auch Zügelpinguine leben auf den Südlichen Orkney-Inseln. Sie werden auch als „Steinbrecherpinguine“ bezeichnet. Warum tragen Sie wohl den Namen? Nein, sie lassen keine Steine auf Feinde falle. Oder auch nicht unbedingt für ihre Nester. Es sind ihre Laute! Seefahrer haben sich früher erzählt, sie kreischen so durchdringend, dass es Steine zum Zerbrechen bringe.

Eselspinguine

Auch Eselspinguine sind auf den Südlichen Orkney-Inseln zu finden. Die faszinierenden Pinguine werden bis zu 90cm groß und können ein Gewicht von über 9kg erreichen. Wie ihre Artgenossen, leben sie von Krill, Fisch und Tintenfisch, Nahrung, die sie um die Inseln in großer Zahl finden. An ihrem Äußeren markant ist der weiße Streifen, der von Auge zu Auge über den Kopf verläuft. Warum die schönen Tiere Eselspinguine heißen? Das weiß heute niemand mehr, geht aber wohl auf einen portugiesischen Sprachgebrauch zurück. Andere behaupten, weil Ihr Ruf wie ein Esel klingt – in der Tat klingt er sehr ähnlich. Bemerkenswert: Anders als andere Pinguinarten gehen die Eselspinguine nicht auf große Wanderungen. Das bedeutet aber nicht, dass sie immer am gleichen Ort bleiben. Denn die Vögel legen großen Wert auf Sauberkeit. Wenn der Nistplatz des Vorjahres aus ihrer Sicht nicht sauber ist, suchen sie sich entlang der Küste einen neuen.

Zwergwale

In den Gewässern rund um die Südlichen Orkney-Inseln werden sie auch viele Wale finden, darunter beispielsweise die Zwergwale. Sie sind die kleinsten der Finnwale. Die Tiere erreichen eine Länge von bis 7,5 Metern bei einem Gewicht von um die 10 Tonnen. Dabei ernähren sie sich ausschließlich von Krill und kleinen Fischen, die sie in den Gewässern rund um die Südlichen Orkneys reichhaltig finden. Es ist ein wunderschönes Schauspiel, wenn sie eine Gruppe von Zwergwalen im Wasser beobachten können, sei es vom Schiff aus oder sogar in einem Zodiac.

Küstenseeschwalben

Viele Küstenseeschwalben zieht es zu den Südlichen Orkney-Inseln. Die Vögel leben hier in großen Kolonien. Markant sind für sie neben ihren bemerkenswerten Wanderfähigkeiten ihre markanten Rufe. Damit kommunizieren die Vögel untereinander und halten sich auch andere Tiere vom Leib. Es wird für Sie ein großes Schauspiel sein, die Tiere zu beobachten und zu hören. Insbesondere ihre Sturzflüge in das Wasser, um sich Fische oder andere Meereslebewesen zu schnappen, sind berühmt. Kein Wunder daher, dass sie die artenreichen Küstengewässer der Südlichen Orkney-Inseln lieben und es sie jedes Jahr wieder zu Zehntausenden herzieht.

Seeelefanten

Auf den Südlichen Orkney-Inseln finden wir die größten Seeelefanten der Welt, die sich entlang der Küsten bewegen. Sie werden bis zu 6 Metern groß und können fast 4 Tonnen wiegen. Sie ernähren sich von Tintenfischen, und Fischen, Rochen und Weichtieren sowie Krebstieren. Wenn Sie diese Tiere an den Küsten beobachten können, ist das unvergesslich.

Die Entdeckung

Die südlichen Orkney-Inseln wurden 1821 von zwei Robbenfängern, dem Amerikaner Nathaniel Brown Palmer und dem Briten George Powell, entdeckt. Die Inseln wurden ursprünglich Powell’s Group genannt. Die Hauptinsel erhielt allerdings den Namen Coronation Island, also Krönungsinsel. Das hing zusammen mit der Krönung des britischen Königs George IV. im selben Jahr. Die Entdeckung der Insel im gleichen Jahr stellte danach ein Zeichen dar, das diese Insel in besonderem Zusammenhang stehen würde mit dem Krönungsjahr des Königs.
Den heutigen Namen tragen die Inseln wegen James Weddell. Er besuchte sie Im Jahre 1823. Kurz zur Einordnung des berühmten Entdeckers James Weddell: Der britische Seemann, Seefahrer, Robbenjäger und Polarforscher James Weddell wurde 1787 in Ostende an der belgischen Küste geboren. Er war der Sohn eines schottischen Seekapitäns und arbeitete auf Handelsschiffen an der nordostschottischen Küste. Seine erste Reise als Kapitän der „Jane“ führte ihn zu den Falklandinseln und weiter nach Süden. Seine zweite Reise zu den Südlichen Orkney-Inseln und war sehr profitabel.

Warum Weddell die Inseln als Southern Orkneys bezeichnete, ist nicht geklärt. Die ursprünglichen Orkney-Inseln liegen im Norden Schottlands. Möglicherweise spielte eine Rolle, dass die antarktischen Inseln sich ungefähr auf dem gleichen Breitengrad wie die nördlichen Orkney-Inseln befinden. Überliefert ist jedoch nicht, ob dies eine Rolle spielte.

Orcadas

Die Inseln lockten zunächst Robbenjäger und Walfänger an. Es war dann William Speirs Bruce, der im Jahr 1903 die Insel Laurie Island genauer vermaß und dort überwinterte. Kurz zu diesem interessanten Mann: William Speirs Bruce war ein britischer Naturwissenschaftler und begeisterter Polarforscher. Sein größter Erfolg war die Leitung der Scottish National Antarctic Expedition, die ihn eben auch zu den Südlichen Orkney-Inseln führte. Während seine Crew und er nun 1903 auf der Insel Laure überwinterten, errichtete er eine meteorologische Station. Das war für damalige Verhältnisse etwas Besonderes – eine Station, die die Witterungsbedingungen der Antarktis untersuchte und damit insbesondere der Schifffahrt verlässliche Daten lieferte. Die Station wurde später an die argentinische Regierung verkauft. Sie nennt sich heute Orcadas und ist immer noch in Betrieb. Sie ist die ältere durchgehend besetzte Forschungsstation in der Antarktis.

1908 erklärte das Vereinigte Königreich die Souveränität über verschiedene antarktische und südamerikanische Gebiete „südlich des 50. südlichen Breitengrades und zwischen dem 20. und 80. westlichen Längengrad“. Das schloss die südlichen Orkney-Inseln ein. Sie stehen noch heute unter britischer Verwaltung. Seit 1925 beansprucht allerdings auch Argentinien die Hoheit über die Inseln, bisher erfolglos.

Wenn Sie die atemberaubenden Naturschauspiele der Südlichen Orkney-Inseln mit eigenen Augen sehen wollen, dann sprechen Sie uns an. Uns von eisexpeditionen.de ist es ein Anliegen, mit Ihnen Ihre perfekte Expeditionskreuzfahrt in die Antarktis zu planen.Ihr Team von Eisexpeditionen, Ihr Spezialist, wenn es um Expeditionskreuzfahrten geht!