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Robert Falcon Scott: Tragischer Held der Antarktis und sein bleibendes Vermächtnis

In der eisigen Weite der Antarktis, wo Temperaturen auf -50°C fallen können und meterhohe Schneeverwehungen die Landschaft prägen, schrieb ein Mann Geschichte, dessen Name für immer mit diesem unwirtlichen Kontinent verbunden bleiben wird: Captain Robert Falcon Scott. Seine Geschichte ist geprägt von Entschlossenheit, wissenschaftlichem Eifer und letztendlich einer tragischen Wendung, die ihn zu einer der bekanntesten Figuren des "Heroischen Zeitalters der Antarktisforschung" machte.

Der Weg eines Entdeckers

Geboren am 6. Juni 1868 in Devonport, England, schlug Robert Falcon Scott früh eine Karriere bei der Royal Navy ein. Seine Laufbahn nahm eine entscheidende Wendung, als er 1899 Sir Clements Markham, dem Präsidenten der Royal Geographical Society, begegnete. Diese Begegnung sollte sein Leben für immer verändern und ihn auf einen Pfad führen, der ihn zu einem der bekanntesten Polarforscher der Geschichte machen würde.

Die Discovery-Expedition (1901-1904)

Scotts erste Antarktisexpedition, die British National Antarctic Expedition, begann 1901 mit dem Schiff "Discovery". Diese Reise, die auch als Discovery-Expedition bekannt wurde, hatte sowohl wissenschaftliche als auch geografische Ziele. An Bord befand sich auch ein junger Offizier namens Ernest Shackleton, der später selbst zu einem legendären Polarforscher werden sollte.

Die Expedition erreichte die Antarktis im Januar 1902 und errichtete ihr Basislager in der McMurdo-Bucht. Von dort aus unternahmen Scott, Shackleton und Dr. Edward Wilson einen ersten Vorstoß in Richtung Südpol, der sie bis 82° 17' südlicher Breite führte – weiter südlich als je ein Mensch zuvor gekommen war. Die Reise war jedoch von Schwierigkeiten geprägt: Die Männer litten unter Skorbut, und Shackleton wurde so krank, dass er mit dem Versorgungsschiff "Morning" nach Hause geschickt werden musste.

Diese frühe Rivalität zwischen Scott und Shackleton sollte sich in den kommenden Jahren noch verstärken. Shackleton kehrte 1907 mit seiner eigenen Expedition zurück und drang bis auf 88° 23' S vor – nur 180 Kilometer vom Südpol entfernt. Scott empfand dies als Verrat, da er das Gebiet als "sein" Territorium betrachtete.

Die Terra-Nova-Expedition (1910-1913)

Scotts zweite und letzte Antarktisexpedition begann 1910 mit dem Schiff "Terra Nova". Das erklärte Hauptziel war, als Erster den geografischen Südpol zu erreichen. Was Scott nicht wusste: Der norwegische Entdecker Roald Amundsen hatte heimlich seine Pläne geändert und war ebenfalls auf dem Weg zum Südpol.

Nach einer sorgfältigen Vorbereitung brach Scott am 1. November 1911 mit seiner Polargruppe auf. Die Expedition setzte auf eine Kombination aus Ponys, Motorschlitten und Hundeschlitten, wobei Scott für den letzten Abschnitt zum Pol menschliche Muskelkraft bevorzugte – eine Entscheidung, die später kritisch hinterfragt wurde.

Am 18. Januar 1912 erreichte Scotts fünfköpfiges Team den Südpol, nur um festzustellen, dass Amundsen ihnen um 34 Tage zuvorgekommen war. In seinem Tagebuch notierte Scott die berühmten Worte: "Great God! This is an awful place and terrible enough for us to have laboured to it without the reward of priority." (Großer Gott! Dies ist ein schrecklicher Ort, und es ist furchtbar genug für uns, uns hierher abgemüht zu haben, ohne die Belohnung, die Ersten zu sein.)

Der Rückweg wurde zu einem Kampf ums Überleben. Edgar Evans starb am 17. Februar, geschwächt durch eine Verletzung. Hauptmann Lawrence Oates, der an schweren Erfrierungen litt, verließ am 16. März das Zelt mit den Worten "I am just going outside and may be some time" (Ich gehe nur kurz nach draußen und bleibe vielleicht eine Weile) – ein selbstloser Akt, um seine Kameraden nicht weiter zu belasten.

Scott, Wilson und Bowers erreichten nie ihr nächstes Depot. Sie wurden elf Monate später, am 12. November 1912, tot in ihrem Zelt gefunden, nur 18 Kilometer von einem großen Vorratslager entfernt. Neben ihnen lagen ihre Tagebücher und wissenschaftlichen Proben, die sie bis zum Ende nicht aufgegeben hatten.

Rossmeer Expeditionskreuzfahrten: Scotts Vermächtnis in Eis und Stein

Heute können Besucher der Antarktis die historischen Stätten besichtigen, die mit Scotts Expeditionen verbunden sind. Diese Orte erzählen nicht nur von den Abenteuern der frühen Polarforscher, sondern bieten auch einen einzigartigen Einblick in das Leben und die Herausforderungen dieser mutigen Männer.

Die Discovery-Hütte am Hut Point

Die Discovery-Hütte, errichtet während Scotts erster Expedition im Februar 1902, steht auf der Hut Point Peninsula auf Ross Island. Die vorgefertigte Hütte aus australischem Jarrah-Holz wurde ursprünglich als Lager- und Arbeitsraum genutzt, während die Expeditionsmitglieder hauptsächlich auf dem Schiff "Discovery" lebten, das im Eis festgefroren war.

Die Hütte wurde später von Shackletons Nimrod-Expedition (1907-1909) und während Scotts Terra-Nova-Expedition (1910-1913) genutzt. Auch Mitglieder von Shackletons Ross Sea Party (1914-1917) fanden hier Zuflucht, nachdem ihr Schiff "Aurora" vom Eis weggetrieben wurde.

Heute ist die Discovery-Hütte ein beeindruckendes Zeitzeugnis. Im Inneren finden sich noch immer originale Ausrüstungsgegenstände, Konservendosen und sogar Robbenfleisch, das zur Notversorgung zurückgelassen wurde. Die Hütte steht unter dem Schutz des Antarctic Heritage Trust und kann im Rahmen von Expeditionskreuzfahrten ins Rossmeer besichtigt werden.

Scotts Hütte am Kap Evans

Die bekanntere und größere Hütte Scotts befindet sich am Kap Evans, ebenfalls auf Ross Island. Diese Hütte wurde während der Terra-Nova-Expedition errichtet und diente als Hauptquartier für Scotts fatalen Marsch zum Südpol.

Die Hütte am Kap Evans ist bemerkenswert gut erhalten. Besucher können die Schlafkojen der Expeditionsmitglieder sehen, den Tisch, an dem sie ihre Mahlzeiten einnahmen, und sogar Scotts eigenen Arbeitsbereich. An den Wänden hängen noch Fotografien und Zeitungsausschnitte aus jener Zeit. In den Regalen stehen wissenschaftliche Instrumente, Bücher und persönliche Gegenstände – als hätten die Männer die Hütte erst gestern verlassen.

Besonders ergreifend ist die Atmosphäre in diesem historischen Gebäude. Hier wurden die letzten Vorbereitungen für die Polexpedition getroffen, hier warteten die zurückgebliebenen Expeditionsmitglieder vergeblich auf die Rückkehr ihrer Kameraden.

Auf den Spuren von Scott: Expeditionskreuzfahrten ins Rossmeer

Für Abenteurer und Geschichtsinteressierte bietet sich heute die seltene Gelegenheit, in die Fußstapfen dieser legendären Entdecker zu treten. Expeditionskreuzfahrten ins Rossmeer, die nur von wenigen Reedereien angeboten werden, ermöglichen den Besuch dieser historischen Stätten.

Diese Reisen sind keine gewöhnlichen Kreuzfahrten, sondern wahre Expeditionen in eine der abgelegensten Regionen unseres Planeten. An Bord von speziell ausgerüsteten Schiffen wie der "Le Commandant Charcot" von Ponant, der "HANSEATIC spirit" von Hapag-Lloyd Cruises oder den Schiffen von SCENIC Luxury Cruises & Tours können Reisende die majestätische Schönheit der Antarktis erleben und gleichzeitig in die Geschichte eintauchen.

Die Routen dieser Expeditionen führen oft im Rahmen einer Halbumrundung der Antarktis durch das Rossmeer. Nach der Überquerung der berüchtigten Drake-Passage und dem Passieren des südlichen Polarkreises erreichen die Schiffe die Ross-Insel, wo die historischen Hütten stehen. Je nach Eis- und Wetterbedingungen können Landgänge zu diesen besonderen Orten unternommen werden.

Ein Besuch der Scott-Hütten ist ein bewegendes Erlebnis. Unter der Leitung erfahrener Expeditionsleiter und Historiker erfahren die Reisenden mehr über die Herausforderungen und Errungenschaften der frühen Polarforscher. Die gut erhaltenen Hütten vermitteln einen authentischen Eindruck vom Leben in der Antarktis vor über hundert Jahren.

Neben den historischen Stätten bieten diese Expeditionen auch die Möglichkeit, die einzigartige Tierwelt der Region zu beobachten. Mit etwas Glück können Reisende Kaiserpinguine, Adeliepinguine, Weddellrobben, Seeleoparden und verschiedene Walarten sichten.

Scotts Erbe: Mehr als nur ein tragisches Ende

Robert Falcon Scotts Geschichte wird oft auf sein tragisches Ende reduziert, doch sein Vermächtnis ist viel umfassender. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse seiner Expeditionen waren bahnbrechend. Seine Teams sammelten wertvolle Daten über Wetter, Magnetismus, Geologie und Biologie der Antarktis. Besonders bemerkenswert waren die geologischen Proben, die Scott und seine Männer bis zu ihrem Tod mit sich trugen – darunter Fossilien, die bewiesen, dass die Antarktis einst mit anderen Kontinenten verbunden war und ein wärmeres Klima hatte.

Scotts detaillierte Tagebücher, die mit seinem Körper gefunden wurden, bieten nicht nur einen Einblick in die physischen Herausforderungen seiner letzten Expedition, sondern auch in seine Gedanken und Gefühle. Sein letzter Eintrag, geschrieben am 29. März 1912, endet mit den Worten: "For God's sake look after our people." (Um Gottes willen, kümmert euch um unsere Leute.)

Nach seinem Tod wurde Scott in Großbritannien als Nationalheld verehrt. Seine Geschichte inspirierte zahlreiche Bücher, Filme und Kunstwerke. In den letzten Jahrzehnten wurde seine Expedition zwar kritischer betrachtet, insbesondere im Vergleich zu Amundsens effizienterer Herangehensweise, doch sein Mut, seine Entschlossenheit und sein wissenschaftlicher Eifer bleiben unbestritten.

Die historischen Hütten in der Antarktis, die dank des extremen Klimas bemerkenswert gut erhalten sind, dienen heute als wichtige Zeitkapseln. Sie erinnern uns an eine Ära, in der Entdecker mit begrenzten Mitteln ins Unbekannte vordrangen und dabei oft ihr Leben riskierten.

Für moderne Reisende, die das Privileg haben, diese entlegenen Orte zu besuchen, bietet sich eine seltene Gelegenheit zur Reflexion. In einer Zeit, in der die Erde fast vollständig erkundet ist und Technologie uns den Alltag erleichtert, erinnern uns diese einfachen Holzhütten daran, was menschlicher Entdeckergeist, Ausdauer und Opferbereitschaft bedeuten können.

Möchten Sie in die Fußstapfen der legendären Polarforscher treten? Eine Expeditionskreuzfahrt ins Rossmeer bietet Ihnen die seltene Gelegenheit, die historischen Hütten von Robert Falcon Scott zu besuchen und die majestätische Schönheit der Antarktis zu erleben. Kontaktieren Sie uns – wir von Eisexpeditionen.de beraten Sie gerne zu Ihrer perfekten Antarktisreise und helfen Ihnen, dieses einmalige Abenteuer zu planen.

Ihr Team von Eisexpeditionen, Ihr Spezialist, wenn es um Expeditionskreuzfahrten geht!
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