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Reisetagebuch Gruppenreise Spitzbergen mit der Ocean Albatros | Teil 1

Vom 27.06.2026 bis 07.07.2026 waren wir gemeinsam mit unseren Gästen an Bord der Ocean Albatros von Polar Latitudes Expeditions unterwegs auf einer eindrucksvollen Gruppenreise nach Spitzbergen.

27. Juni 2026 – Zwischenstopp in Oslo: Ein erster Schritt in Richtung Arktis

Heute beginnt unsere gemeinsame Reise in den hohen Norden. Noch liegen keine Gletscher vor uns, kein Zodiac wartet am Strand und auch der erste Eisbär lässt selbstverständlich noch auf sich warten. Dennoch ist bereits am Abflughafen dieses besondere Kribbeln zu spüren, das jede große Expedition begleitet: Vorfreude, Neugier und die leise Frage, welche Erlebnisse die kommenden Tage wohl für uns bereithalten werden.

Einige Flugstunden trennen uns noch von Spitzbergen, und auch die Ocean Albatros von Polar Latitudes Expeditions wartet erst morgen in Longyearbyen auf uns. Dennoch werden nach Wochen und Monaten der Vorbereitung aus Reiseunterlagen, Packlisten und Erwartungen nun endlich ein greifbares Arktis-Abenteuer.

Unsere Gruppe reist über verschiedene deutsche Flughäfen nach Oslo. Abhängig von der jeweiligen Verbindung treffen einige Gäste bereits früher in Norwegen ein. Sie nutzen die Gelegenheit, wenigstens einen kleinen Eindruck von der norwegischen Hauptstadt zu gewinnen. Das ist durchaus möglich, denn der Flughafen Oslo-Gardermoen ist sehr gut an das Zentrum angebunden. Der Expresszug benötigt für die Fahrt zum Osloer Hauptbahnhof nur etwa 19 Minuten. Andere genießen nach der Hitzewelle in Deutschland die schattigere Umgebung rund um das Hotel. Immerhin finden wir in Oslo immer noch um die 26° C vor.

Ankunft in Oslo

Wer sich auf den Weg in die Stadt macht, begegnet einem Oslo, das sich in den vergangenen Jahren immer stärker zum Wasser hin geöffnet hat. Rund um den Hauptbahnhof beginnt das moderne Hafenviertel Bjørvika. Hier liegt das markante Opernhaus mit seinem begehbaren, hellen Dach unmittelbar am Oslofjord. Nicht weit entfernt erheben sich das MUNCH-Museum und die moderne Skyline des Barcode-Viertels. Für einen ausführlichen Stadtbesuch reicht die Zeit natürlich nicht, doch ein Spaziergang entlang des Fjords vermittelt bereits einen ersten Eindruck von Norwegens Verbindung aus moderner Architektur, Wasser und Natur.

Ich selbst erreiche Oslo erst am Abend. Unser Flug landet mit einer kleinen Verspätung, doch heute besteht kein Grund zur Eile. Nach dem Verlassen des Terminals ist der Weg zum Hotel erfreulich kurz. Das Radisson Blu Airport Hotel Oslo Gardermoen liegt unmittelbar am Flughafen und ist über einen überdachten Fußweg direkt mit dem Terminal verbunden. Gerade vor einem frühen Weiterflug ist diese Lage ausgesprochen angenehm.

In der Lobby mache ich mich bereit einige Mitglieder unserer Reisegruppe zu begrüßen. Namen, die bislang vor allem aus E-Mails und Reiseunterlagen vertraut sind, erhalten nun Gesichter. Das ausführliche Kennenlernen heben wir uns für die kommenden Tage auf. Erst an Bord der Ocean Albatros werden wir als Gruppe wirklich zusammenfinden, gemeinsam essen, die ersten Briefings erleben und unsere Erwartungen an die Expedition miteinander teilen. Heute geht es vor allem darum, gut anzukommen und ein wenig Ruhe zu finden. Mit dem Gedanken an Longyearbyen und die weiten Landschaften Spitzbergens gehen wir zeitig schlafen. Morgen beginnt unser eigentliches arktisches Abenteuer.

28. Juni 2026 – Hindernislauf in Oslo

Was für ein Tag! Kaum zu glauben, dass wir es tatsächlich alle rechtzeitig in den Flieger schaffen, denn zunächst scheint der Flughafen Oslo unsere Weiterreise in die Arktis in jeder nur denkbaren Hinsicht erschweren zu wollen.

Nach der kurzen Nacht im Flughafenhotel klingeln die Wecker früh. Viel Zeit zum Trödeln bleibt nicht, denn unser Charterflug nach Longyearbyen wartet. Wer mag, stärkt sich noch kurz beim Frühstück, das bereits am Morgen angeboten wird. Ab 5:00 Uhr bleibt normalerweise ausreichend Zeit für Kaffee, Brot, Obst und etwas Warmes, heute jedoch richtet sich unser Rhythmus ganz nach der frühen Abflugzeit.

Mit Koffern und Handgepäck machen wir uns auf den kurzen Weg vom Radisson Blu zum Terminal. Eigentlich könnte der Start kaum unkomplizierter sein. Das Hotel liegt direkt am Flughafen, die Wege sind kurz und alles scheint übersichtlich. Doch schon an der Gepäckabgabe beginnen die ersten kleinen Dramen.  Einige Gäste geraten ausgerechnet hinter Reisende mit besonders skurrilem und offenbar ausgesprochen erklärungsbedürftigem Sperrgepäck. Große Gegenstände werden gedreht, gewogen, vermessen, neu verpackt und zwischen mehreren Mitarbeitern hin- und hergereicht. Die Warteschlange bewegt sich kaum, während unsere Blicke immer häufiger zwischen Uhr, Anzeigetafel und Abfertigungsschalter wechseln.

Andere haben diese Hürde bereits genommen, müssen dafür aber an der Passkontrolle ausgerechnet einem Schichtwechsel trotzen. Schalter schließen, neue Mitarbeiter übernehmen und für einige Minuten scheint niemand so recht zu wissen, wann und wo es weitergeht. Aus der geplanten entspannten Abfertigung wird ein kleiner Hindernislauf.

Doch wir lassen uns nicht aufhalten. Nach und nach überwinden wir jede Warteschlange, jede Kontrolle und jedes organisatorische Nadelöhr. Als schließlich alle im Flugzeug sitzen, fällt die Anspannung spürbar von uns ab. Wir haben es geschafft. Niemand bleibt zurück, alle sind an Bord der Maschine, und nun kann unsere Reise in den hohen Norden tatsächlich beginnen.

Erste arktische Begegnungen

Mit dem Abheben kehrt auch die Expeditionsfreude zurück. Unter uns zieht Norwegen vorbei. Siedlungen und Straßen werden kleiner und schließlich weicht das Festland dem offenen Meer. Je weiter wir nach Norden fliegen, desto stärker verändert sich die Welt unter uns. Schon aus der Luft wirkt Spitzbergen weit, karg und beinahe unwirklich. Die Landschaft scheint kaum von Menschen berührt, obwohl wir uns unserem Ziel Longyearbyen nähern. Dann setzt das Flugzeug auf.

Wir befinden uns nun auf etwa 78 Grad nördlicher Breite, weit jenseits des Polarkreises. Die Luft wirkt klarer, das Licht heller und die Berge rund um den Flughafen erscheinen wie eine mächtige Kulisse. Selbst Ende Juni liegen an vielen Hängen noch Schneefelder, während die Sonne rund um die Uhr über dem Horizont bleibt.

Ein Transferbus bringt uns ins Zentrum von Longyearbyen. Durch die Fenster erblicken wir den Hafen, der nicht weit vom Flughafen entfernt liegt. Dort sehen wir sie zum ersten Mal: die Ocean Albatros. Ihr markanter, nach vorn geneigter Bug ist deutlich zu erkennen. Noch liegt sie gut sichtbar im Hafen, und allein dieser erste Anblick lässt unser Herz höherschlagen. In wenigen Stunden werden wir an Bord gehen und mit ihr zur Umrundung Spitzbergens aufbrechen. Bis dahin bleibt jedoch noch Zeit, Longyearbyen auf eigene Faust zu erkunden.

Der Ort empfängt uns mit seiner unverwechselbaren Mischung aus arktischer Wildnis, Bergbaugeschichte, Forschung und erstaunlich lebendigem Alltag für einen Sonntag. Bunte Holzhäuser stehen vor nahezu vegetationslosen Berghängen. Oberirdisch verlaufende Leitungen und erinnern daran, wie schwierig Bauen und Leben auf dauerhaft gefrorenem Boden sind. Kleine Holzpyramiden verdecken Sonden, die den Permafrost im Blick behalten und alte Seilbahnstützen und Bergbauanlagen prägen bis heute das Ortsbild und erzählen von der Kohle, die lange Zeit das wirtschaftliche Fundament Longyearbyens bildete.

Gleichzeitig endet die bewohnte Welt hier nicht langsam, sondern beinahe abrupt. Hinter den letzten Häusern beginnt unmittelbar die hocharktische Wildnis und auch die Eisbärenschutzzone ist kurz hinter Longyearbyen zu Ende.

Erlebnisse in Longyearbyen

Einige von uns zieht es in das Café Huskies. Dort wartet nicht nur eine kleine Stärkung, sondern auch ein ausgesprochen flauschiger Tischnachbar. Während Kaffee getrunken und die ersten Eindrücke ausgetauscht werden, bewegt sich einer der Huskys vollkommen selbstverständlich durch den Raum. Er beobachtet das Geschehen, legt sich in die Nähe der Gäste und lässt sich bereitwillig begrüßen. Kaum irgendwo sonst könnte ein Cafébesuch besser zu einer Reise nach Spitzbergen passen. Die Schlittenhunde gehören seit Generationen zur Geschichte der Polarregionen. Früher waren sie für Transporte, Jagd und Expeditionen unverzichtbar, heute prägen sie noch immer das Bild Longyearbyens und seiner Umgebung.

Andere machen sich auf den Weg zur Svalbardkirke, die etwas oberhalb des Ortszentrums am Hang liegt. Die rote Holzkirche ist schon von Weitem zu erkennen. Sie dient nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als sozialer Treffpunkt für die internationale Gemeinschaft Longyearbyens. Dass während unseres Besuchs gerade ein Gottesdienst stattfindet, ist ein glücklicher Zufall. Für einen Moment treten wir aus dem geschäftigen Reisetag heraus und erleben die ruhige Atmosphäre dieses schlichten, warmen Gebäudes. Draußen breitet sich die weite arktische Landschaft aus, während sich drinnen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern versammeln.

Tierische Begegnungen

Rund um die Kirche zeigt sich zugleich, wie nah sich Siedlung und Wildnis in Longyearbyen kommen. Einige Gäste treffen hier bereits auf die ersten tierischen Bewohner der Arktis. Mehrere Spitzbergen-Rentiere ziehen über die karge Tundra zwischen Kirche und Häusern. Mit ihren kurzen Beinen, dem gedrungenen Körperbau und dem dichten Fell unterscheiden sie sich deutlich von den Rentieren des skandinavischen Festlandes. Sie sind hervorragend an die harten Bedingungen des Archipels angepasst und lassen sich von den Besuchern kaum aus der Ruhe bringen. Ich schreibe bewusst „kaum“, da sich ein Tier unerwartet und doch recht schnell aus der scheinbar umringten Situation begeben will und plötzlich schnellen Hufes so manchen Fotografen überrascht.

Schließlich sorgt ein Polarfuchs für große Begeisterung. Er bewegt sich aufmerksam durch die Umgebung und ist in seinem sommerlichen, graubraunen Fell zwischen Steinen, Erde und schneefreien Flächen erstaunlich gut getarnt. Nur wer genau hinsieht, entdeckt den kleinen Bewohner der Tundra. Der Polarfuchs wirkt zierlich, doch seine Anpassungsfähigkeit ist beeindruckend. Im Winter schützt ihn ein dichtes, meist weißes Fell vor Kälte und Schnee, welches wie wir später erfahren sollen ein begehrtes Jagdmotiv für Trapper darstellte. Während des kurzen arktischen Sommers trägt der Fuchs, wie der kleine flinke Jäger, den wir treffen durften, hingegen ein dunkleres Fell, das ihn in der felsigen Landschaft nahezu verschwinden lässt.

Auch aus der Luft ist Leben zu hören. Kleine Vögel fliegen über die Tundra und lassen ihre Stimmen erklingen. Schneeammern, die einzigen Singvögel, die regelmäßig auf Spitzbergen brüten, lassen uns aufhorchen. Nach dem langen Winter kehren sie in den hohen Norden zurück und nutzen Felsspalten, Gebäude und geschützte Nischen als Brutplätze. Wir erkennen sogar welche unter den auf Stelzen platzierten Wohngebäuden. Ihr heller Gesang wirkt in der baumlosen Landschaft beinahe wie ein kleines arktisches Sommerwunder.

Noch bevor unsere eigentliche Expedition beginnt, sind einige Gäste somit bereits Rentieren, einem Polarfuchs, arktischen Singvögeln und den vierbeinigen Bewohnern des Café Huskies begegnet. Longyearbyen macht uns schnell deutlich, dass Naturbeobachtungen hier nicht erst außerhalb der Siedlung beginnen.

Wer durch die ruhigeren Straßen spaziert, entdeckt den besonderen Charme des Ortes abseits der touristischen Wege. Longyearbyen wirkt nicht herausgeputzt oder künstlich inszeniert. Gerade die Mischung aus den bunten Wohnhäusern und unmittelbarer Wildnis verleiht der Siedlung ihren unverwechselbaren Charakter.

Erste Zodiac-Fahrt

Um 15:00 Uhr versammeln wir uns wieder am vereinbarten Busparkplatz. An dem wie bereits bei der Ankunft einheimische Jugendliche kleine Kohlestückchen als Souvenirs zu Geld machen wollen. Nach und nach treffen alle ein und erzählen von ihren kleinen Entdeckungen. Jetzt setzt sich der Bus in Bewegung und bringt uns Richtung Hafen.

Da wir die Ocean Albatros bei unserer Ankunft gut sichtbar am Anleger gesehen haben, rechnen wir damit, sie gleich wieder vor uns liegen zu sehen. Doch als wir den Hafen erreichen, ist unser Schiff plötzlich verschwunden. Verwundert suchen wir die Wasserfläche ab. Dort, wo die Ocean Albatros am Morgen gelegen hat, befindet sie sich nicht mehr. Stattdessen dominiert ein großes Kreuzfahrtschiff das Bild. Sein mächtiger Rumpf nimmt einen beträchtlichen Teil des Hafens ein und verdeckt die Sicht auf das Wasser dahinter. Die Ocean Albatros hat den Hafen nicht verlassen. Sie hat lediglich ihre Position verändert und liegt nun hinter dem deutlich größeren Kreuzfahrtschiff. Von unserem Standort aus ist sie vollständig verdeckt. Da sie nicht mehr direkt am Anleger liegt, beginnt unsere Reise ausgesprochen passend mit einer ersten Fahrt im Zodiac.

Am Steg stehen die Expeditionsguides von Polar Latitudes Expeditions bereit. Schwimmwesten werden angelegt, Verschlüsse kontrolliert und die wichtigsten Regeln erklärt. Wir lernen den Seemannsgriff kennen, bei dem sich beide Personen gegenseitig am oder hinter dem Handgelenk umfassen. Diese Verbindung gibt deutlich mehr Halt als ein gewöhnlicher Händedruck, besonders dann, wenn sich das Boot auf dem Wasser bewegt. Auch der Einstieg wird genau erläutert: Auf das Zodiac zugehen, den Seemannsgriff nutzen, einen sicheren Schritt auf den Bootsrand machen, dann einen weiteren Tritt auf einen platzierten Schemel, sich dorthin setzen, wo der Guide den Sitzplatz vorgibt und gegebenenfalls weiterrutschen, sollte sich die Gewichtsverteilung nicht optimal ergeben. Und bei der Ankunft am Schiff folgt alles noch einmal in umgekehrter Reihenfolge.

Dann werden die Motoren gestartet, und die ersten Zodiacs lösen sich vom Ufer. Unsere Expedition beginnt und langsam steuern die Zodiacs um das große Schiff herum. Dann öffnet sich der Blick und dort liegt sie: die Ocean Albatros. Fast wie bei einer kleinen Enthüllung erscheint unser Schiff hinter dem Kreuzfahrtriesen. Mit ihrem charakteristischen X-Bow, den weißen Aufbauten, den vielen Fenstern und den großzügigen Außendecks wartet sie auf uns.

Endlich an Bord der Ocean Albatros

An der geöffneten Einstiegspforte wartet bereits die Crew. Das Zodiac hält sicher an der Bordwand, und nun dürfen wir das gerade Gelernte direkt erneut anwenden. Aufstehen, Seemannsgriff, zwei konzentrierte Schritte – und plötzlich stehen wir an Bord. Wir sind angekommen. Noch ein paar organisatorischen Details und es kann losgehen. Viel Zeit zum Auspacken bleibt zunächst nicht, denn die obligatorische Sicherheitseinweisung steht bevor. Wir erfahren, wo sich unsere Sammelstationen befinden, wie die Rettungswesten angelegt werden und welche Abläufe im Fall eines Alarms gelten.

Eine Expeditionsreise lebt von Flexibilität, spontanen Entscheidungen und der Anpassung an Wind, Wetter und Eis. Die Sicherheit an Bord folgt jedoch klaren und festgelegten Regeln.

Kaum ist die Einweisung beendet, bewegt sich die Ocean Albatros auch schon langsam durch den Adventfjord. Draußen verändert sich die Perspektive. Die Häuser Longyearbyens, soweit nicht verdeckt, werden kleiner, die alten Bergbauanlagen verschwimmen an den Hängen und vor uns öffnet sich die weite Landschaft des Isfjords. Wir treten hinaus auf die Decks und verabschieden uns von dem Ort, den wir erst wenige Stunden zuvor kennengelernt haben. Bye-bye, Longyearbyen – und willkommen zur Spitzbergen-Umrundung 2026!

Unser Kurs führt zunächst nach Nordwesten in Richtung Kongsfjord und Ny-Ålesund, unserem für morgen geplanten Anlandungsziel. Und wie wir später erfahren werden, beträgt unsere Standardgeschwindigkeit zwischen 8 und 11 Knoten.

Am heutigen Einschiffungstag erwartet uns abends ein abwechslungsreiches Buffet. Nach der frühen Abreise, dem aufregenden Vormittag und den vielen neuen Eindrücken kommt diese ungezwungene Form des Abendessens gerade recht. Jeder kann in seinem eigenen Tempo verschiedene Gerichte auswählen und zwischendurch immer wieder neue Gesprächspartner kennenlernen. Ab dem kommenden Abend wird das Dinner à la carte serviert. Zur Auswahl stehen jeweils mehrere Vorspeisen, Suppen, Hauptgerichte und Desserts. Heute jedoch bietet das Buffet den idealen Rahmen für unser erstes gemeinsames Essen an Bord.

Kennenlernen der Gruppe

Nun beginnt auch das eigentliche Kennenlernen innerhalb unserer Gruppe. Das kurze Hallo vom Vorabend in der Lobby des Hotels weicht ersten längeren Gesprächen. Wir tauschen Eindrücke aus, erzählen von unseren Erlebnissen in Longyearbyen und lachen schon über den morgendlichen Hindernislauf am Flughafen. Was vor wenigen Stunden noch nervenaufreibend erschien, wird bereits zur ersten gemeinsamen Reisegeschichte. Auch mit anderen Gästen und den Expeditionsguides entstehen interessante Gespräche. Welche Tiere könnten uns in den kommenden Tagen begegnen? Wie weit reicht das Meereis im Norden? Wird eine vollständige Umrundung Spitzbergens möglich sein? Welche Anlandungen lassen Wind und Seegang zu? Niemand kann darauf heute eine sichere Antwort geben und genau darin liegt der Reiz dieser Reise. Wir folgen keinem starren Kreuzfahrtprogramm, sondern begeben uns auf eine Expedition, deren Verlauf jeden Tag neu an die Bedingungen angepasst wird. So viel sei jedoch schon vorweggenommen: wir werden die 81 Grad Nord überschreiten und kommen damit dem Nordpol näher als erwartet.

Draußen gleiten die Berge Spitzbergens langsam an uns vorbei. Und obwohl der Tag längst in den Abend übergeht, verändert sich das Licht kaum. Die Mitternachtssonne begleitet uns, und bereits jetzt beginnen die vertrauten Grenzen zwischen Tag und Nacht zu verschwimmen. Während die Ocean Albatros weiter in Richtung Ny-Ålesund fährt, ziehen wir uns nach und nach in unsere Kabinen zurück. Was uns morgen erwartet, wissen wir noch nicht. Aber wir sind endlich unterwegs.

Wir von Eisexpeditionen.de beraten Sie gerne zu Reisen mit der Ocean Albatros von Polar Latitudes Expeditions.

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