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Reisetagebuch Gruppenreise Antarktis mit Kap Hoorn mit der HANSEATIC spirit Teil 1

Vom 01.02.2026 bis 24.02.2026 waren wir gemeinsam mit unseren Gästen an Bord der HANSEATIC spirit unterwegs – auf einer eindrucksvollen Gruppenreise in die Antarktis mit Kap Hoorn.

Anreise nach Buenos Aires

Am 01. Februar 2026 war es endlich so weit: Unsere lang ersehnte Gruppenreise in die Antarktis mit der HANSEATIC spirit begann. Den Großteil der Gäste trafen wir bereits am Frankfurter Flughafen. Die Vorfreude war greifbar, überall leuchtende Augen und prall gefüllte Expeditionsrucksäcke, die nach Monaten der Vorbereitung nun endlich ihr Ziel finden würden. Die Stimmung war ausgelassen und erwartungsvoll zugleich. Um 22:00 Uhr hob der Direktflug von Frankfurt nach Buenos Aires ab, und nach einer langen, aber ruhigen Nacht in der Luft landeten wir pünktlich um 07:55 Uhr in der argentinischen Hauptstadt. Die Reiseleitung von Hapag-Lloyd Cruises empfing uns direkt am Flughafen und sorgte reibungslos für den Transfer ins elegante Four Seasons Hotel. Dank eines vorab gebuchten Early Check-ins konnten die Zimmer sofort bezogen werden – ein willkommener Luxus nach einer Transatlantikstrecke von über dreizehn Flugstunden.

Für den Nachmittag hatte Hapag-Lloyd Cruises eine Stadtrundfahrt von 14:00 bis 18:00 Uhr organisiert, die den Gästen erste Eindrücke der weitläufigen, pulsierenden Metropole ermöglichte. Buenos Aires ist eine Stadt voller Widersprüche und Eleganz: europäisch anmutende Prachtbauten neben farbenfrohen Murales, mondäne Boulevards neben lebhaften Märkten. Niklas und ich entschieden uns, die Nachmittagsstunden auf eigene Faust zu nutzen, und machten uns auf den Weg zum Cementerio de la Recoleta, einem der berühmtesten Friedhöfe der Welt. Der Friedhof liegt im gleichnamigen Nobelviertel von Buenos Aires und wurde 1822 angelegt. Auf einer Fläche von rund 5,5 Hektar reihen sich über 4.700 aufwendig gestaltete Grabstätten aneinander: prachtvolle Mausoleen im Stil des Neoklassizismus, des Art-déco und der Neogotik. Die Anlage gleicht einer Stadt, mit schmalen Gassen zwischen marmornen Grabkammern. Hier ruhen Präsidenten, Militärhelden, Nobelpreisträger und Aristokraten des Landes. Das bekannteste Grab ist jenes von der ehemaligen First Lady María Eva Duarte de Perón (Evita), das von Besuchern aus aller Welt mit Blumen geschmückt wird. Kein Ort stiller Trauer allein, sondern ein kulturelles und architektonisches Wahrzeichen von Weltrang. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall und wer Buenos Aires nur wegen des Friedhofs besucht, hätte damit schon einen sehr guten Grund.

Buenos Aires

Nach dem beeindruckenden Besuch des Recoleta-Friedhofs zog es uns in der schwülen Nachmittagshitze Buenos Aires' zunächst in ein nahegelegenes Café, wo wir mit einer erfrischenden Limonade die ersten Eindrücke der Stadt Revue passieren ließen. Für den restlichen Nachmittag entschieden wir uns für den Hop-on-Hop-off-Bus, eine ideale Möglichkeit, in kurzer Zeit möglichst viel von der riesigen Metropole zu erfassen. Der Bus schlängelte sich durch das Stadtzentrum, vorbei am mächtigen Obelisco auf der Kreuzung der Avenida 9 de Julio, einer der breitesten Straßen der Welt, am prachtvollen Teatro Colón, einem der bedeutendsten Opernhäuser der Erde, und an der rosafarbenen Casa Rosada, dem Regierungsapalast Argentiniens, von dessen Balkon einst Evita zu ihrem Volk sprach. Ein besonderes Highlight war der Abstecher nach La Boca, dem ehemaligen Hafenviertel mit seinen strahlendbunten Blechhäusern und den Straßentanzeinlagen im Tango-Rhythmus. Buenos Aires zeigte sich von seiner lebendigsten Seite. Auch das Straßenbild rund um La Boca, mit improvisiertem Kunsthandwerk, Souvenirständen und spontanen Tango-Darbietungen direkt auf dem Pflaster hinterließ bleibende Eindrücke. Es war schwer, sich dieser Energie zu entziehen.

Gegen 19:00 Uhr holten wir einen Teil unserer Reisegruppe vom Hotel ab und machten uns gemeinsam auf den Weg ins Restaurant Fevor Brasas, eines der besten Steakhäuser der Stadt. Was folgte, war ein unvergesslicher Abend: saftige argentinische Steaks auf den Punkt gegart, ein tiefdunkler Malbec aus Mendoza und beste Stimmung in der Runde. Buenos Aires genießt in der Welt der Fleischkultur einen legendären Ruf und das Fevor Brasas enttäuschte auf keiner Ebene. Die Gespräche am Tisch drehten sich hauptsächlich um das, was uns alle noch bevorstand: die Antarktis, die Wale, die Pinguine und das Eis. Allerdings merkte man schnell, dass uns allen die Hitze des Tages und die lange Anreise in den Knochen steckten. So endete der Abend früh. Mit diesem Gedanken im Kopf fiel das Einschlafen trotz aller Erschöpfung nicht leicht. Aber wenn das nächste Ziel die Antarktis ist, findet man irgendwie immer die nötige Kraft.

Aufbruch nach Ushuaia

Um 03:30 Uhr klingelte der Wecker und mit ihm stieg die Vorfreude schlagartig auf ein neues Niveau. Heute gehen wir an Bord der HANSEATIC spirit. Die Gäste, die An- und Abreise als Hapag-Lloyd Cruises Pauschalreise gebucht hatten, flogen vom Flughafen Ezeiza mit einem eigens für diese Reise gecharterten Vollcharterflug nach Ushuaia. Niklas und ich, die individuell nach Buenos Aires gereist waren wurden von Hapag-Lloyd Cruises auf einen Linienflug mit Aerolineas Argentinas gebucht. Die gesamte Abwicklung verlief reibungslos; ein Mitarbeiter empfing uns bereits am Check-in-Schalter. Pünktlich um 07:00 Uhr starteten wir nach Süden. Der Flug dauerte knapp dreieinhalb Stunden und verlief angenehm ruhig, genug Zeit für ein kurzes Nickerchen und erste Blicke auf die Weiten Patagoniens aus der Vogelperspektive. In Ushuaia angekommen, wurden wir erneut herzlichst empfangen. Das Gepäck wurde direkt an die Pier zum Schiff gebracht, sodass wir uns ganz auf die Tour konzentrieren konnten.

Hapag-Lloyd Cruises hatte ein abwechslungsreiches Programm für uns organisiert: Zunächst besuchten wir das berühmte Ushuaia-Schild am Ende der Welt für das obligatorische Foto, anschließend bummelten wir durch die bunt bemalten Häuserreihen der südlichsten Stadt der Welt. Ein Mittagessen mit Panoramablick auf den Beagle-Kanal und die schneebedeckten Gipfel der Andenkordillere rundete den Stadtspaziergang ab. Das Highlight war jedoch der Besuch des Nationalparks Tierra del Fuego. Dieser 1960 gegründete Schutzpark liegt unmittelbar westlich von Ushuaia und umfasst rund 63.000 Hektar unberührter Natur aus Wäldern, Bergseen, Mooren und Küstenabschnitten am Beagle-Kanal. Die Landschaft wird von dichten Wäldern der südlichen Buche, der sogenannten Lenga, dominiert – durchbrochen von zerklüfteten Bergrücken und einer eindrucksvollen Artenvielfalt. Der Park endet buchstäblich am Ende der Welt: An der Bahía Lapataia markiert eine Tafel den südlichsten Endpunkt der berühmten Panamerican. Die berühmte Straße beginnt in der Prudhoe Bay, Alaska, und endet in Ushuaia. Sie führt durch insgesamt 14 Länder. An dieser Stelle zu stehen und zu wissen, dass gleich die Reise Richtung Antarktis beginnt, war ein Moment von besonderer Symbolkraft.

Einschiffung

Gegen 15:30 Uhr bog unser Bus endlich um die letzte Kurve zur Pier und da lag sie: die HANSEATIC spirit. Wir wurden herzlichst empfangen; zur Begrüßung gab es ein Glas Champagner, und General Expedition Manager Matthias Mayer sowie Hotelmanagerin Doris Adler standen persönlich an der Gangway bereit, um jeden Gast willkommen zu heißen. Überall an Bord waren helfende Hände, die uns zu unseren Kabinen lotsten, Fragen geduldig beantworteten und dafür sorgten, dass sich jeder sofort wohl und aufgehoben fühlte. Das Schiff selbst übertraf alle Erwartungen: Die Kabinen waren großzügig ausgestattet, die öffentlichen Bereiche vermittelten eine Mischung aus stilvoller Eleganz und funktionaler Expeditionstauglichkeit. Die HANSEATIC spirit fasst rund 230 Gäste und zählt damit zu den kleineren Expeditionsschiffen (in der Antarktis und Arktis max. 199 Gäste) was ihr erlaubt, Anlandungen anzusteuern, die größere Kreuzfahrtschiffe niemals erreichen können.

Um 18:15 Uhr stand die obligatorische Seenotsrettungsübung auf dem Programm. Sicherheitsoffizier Gulliver Degener erklärte mit ruhiger, präziser Stimme sämtliche Notfallabläufe, Fluchtwege und die Handhabung der Rettungswesten. Danach folgte die Zodiac-Einweisung: ruhig sitzen, gut festhalten, Anweisungen der Crew jederzeit befolgen und innerlich akzeptieren, dass Trockenbleiben in einem offenen Zodiac auf dem antarktischen Meer eher ein frommer Wunsch als ein realistisches Versprechen ist. Den Abend beschloss ein Pre Cap des Expeditionsteams über die für den nächsten Tag geplante Anlandung auf Kap Hoorn. Pünktlich um 19:00 Uhr brummte das Bugstrahlruder, das Schiff löste sich langsam von der Pier und glitt in den legendären Beagle-Kanal hinaus, jenen Wasserweg, den Charles Darwin einst auf seiner Weltreise mit der HMS Beagle befuhr. Gegen 21:00 Uhr nahmen wir in Puerto Williams unseren chilenischen Lotsen an Bord, der uns sicher durch die engen Gewässer nach Kap Hoorn führen würde. Die Lichter der letzten Siedlungen am Ufer verschwanden langsam im Nachtnebel. Die Antarktis rückte näher.

Kap Hoorn

Bereits in der Nacht begann das Schiff sanft zu schaukeln, doch durch gute Vorbereitung überstanden wir die ersten Stunden auf See problemlos. Mit einem Wecker auf 06:00 Uhr und dem ersten Blick aus dem Fenster, klarer Himmel, kaum Seegang, keimte sofort Hoffnung auf: Die Anlandung auf Kap Hoorn könnte tatsächlich gelingen. Kurz darauf bestätigte Kapitän Axel Engeldrum per Durchsage, dass die Wetterbedingungen günstig seien und alles für die Anlandung vorbereitet werde. Um 07:30 Uhr wurden die Zodiac-Gruppen aufgerufen. Wir betraten zum ersten Mal den Mudroom, jenen charakteristischen Ausrüstungsbereich der Expeditionsschiffe, in dem unsere Gummistiefel, die wir den Tag zuvor anprobiert hatten, bereits bereit lagen und stiegen für unsere allererste Zodiac-Anlandung in die Schlauchboote. Die Überfahrt zur Insel dauerte nur wenige Minuten, doch die aufgeregten Gesichter an Bord sprachen Bände.

An der Anlandestelle erwartete uns bereits das Expeditionsteam. Vor uns lagen viele schmale, felsige und rutschige Treppenstufen, die steil zum Gipfel der Insel hinaufführten. Kein Spaziergang, aber oben angekommen rechtfertigte die Aussicht jede Mühe. Atemberaubend. Kap Hoorn, auf Spanisch Cabo de Hornos, gilt seit Jahrhunderten als eine der gefährlichsten Passagen der Seefahrtsgeschichte. Die felsige Landzunge auf der Insel Hornos wurde 1616 von den niederländischen Seefahrern Willem Schouten und Jacob Le Maire erstmals umrundet und nach Schoutens Heimatstadt Hoorn benannt. Jahrhundertelang war diese Route die einzige Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik. Tosende Stürme, meterhohe Wellen und eisige Kälte forderten tausende Schiffe und Menschenleben. Zum Gedenken an die Gefallenen ragt heute eine imposante Skulptur auf dem Kap: die Silhouette eines Albatrosses im Wind, Symbol für die Seelen der hier gestorbenen Seeleute. Was viele Besucher überrascht: Kap Hoorn ist bewohnt. Die chilenische Marine unterhält eine Wetterstation, und eine Beamtenfamilie lebt dort jeweils ein Jahr lang in vollständiger Abgeschiedenheit. Für diese Zeit sind sie die einzigen Bewohner in dieser rauen und felsigen Umgebung und dund die Kinder werden durch eine Fernschule unterrichtet.

Wir von Eisexpeditionen.de beraten Sie gerne zu Reisen mit der HANSEATIC spirit von Hapag-Lloyd Cruises.

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