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Nunavut – die Heimat der Inuit

Wir von Eisexpeditionen.de sind mit unserer Liebe für das Eis auch von den Inuit fasziniert. Diese polaren Bewohner sind eins mit der Natur. Zeit, heute ihrer Heimat, Nunavut, einen Blogbeitrag zu widmen.

Lage

Nunavut bezeichnet offiziell ein Gebiet im Nördlichen Kanada. Im Westen grenzt es an die Nordwest-Territorien, im Süden an die kanadischen Provinzen Ontario, Manitoba und Québec. Im Osten liegt das benachbarte Grönland, das von der Baffininsel durch die Davisstraße getrennt ist. Die Hauptstadt des Gebiets Nunavut ist Iqaluit, dessen früherer Name Frobisher Bay war. Die Stadt liegt auf der Baffininsel, die vom Arktischen Ozean umgeben ist. Das komplette Nunavut-Gebiet umfasst etwa zwei Millionen Quadratkilometer, wird aber nur von 30.000 Menschen bewohnt.

In der Silbenschrift der Inuit bedeutet das Wort Nunavut wörtlich so etwas wie „Unser Heimatland“. Das ist das Gebiet auch endlich für die Inuit geworden, die über Jahrzehnte ein Schattendasein mit einer wechselvollen Geschichte im Norden Kanadas geführt haben. Heute haben die Inuit in „ihrem Land“ wieder besondere Rechte und sind Zuhause angekommen.

Landschaft

Ein Besuch in dieser Region ist vor allem wegen ihrer besonderen Landschaft für alle Freunde von Expeditionsreisen ein Genuss. Geologisch betrachtet ist das Territorium Nunavut noch sehr jung. Vor ungefähr 20.000 Jahren während der Epoche des Pleistozäns hatte die Vereisung im Gebiet ihren Höhepunkt erreicht und fast das ganze Gebiet war mit Eis und Gletschern bedeckt. Seit dem Ende der letzten Eiszeit, die etwa 8.000 vor Christus endete, zog sich das Eis immer weiter zurück. Die letzten Eisfelder schmolzen erst in den vergangenen Jahrhunderten dahin. Das ist der Grund dafür, warum sich auf dem Gebiet nur wenige Pflanzen ansiedeln konnten. Der Boden in der Region ist einem ständigen Wechsel von Frieren und Auftauen unterworfen. Dort, wo sich loses Steinmaterial befindet, entstehen besonders eindrucksvolle Vielecke im Frost oder es entstehen Hügel mit Eiskernen. Die bizarrsten Formen sind sicherlich die Pingos. Dabei handelt es sich um kegelförmige Hügel, die über 50 Meter hoch sein können und einen Durchmesser von rund 300 Metern erreichen.

Klima

In Nunavut herrscht arktisches Klima mit eisigen Temperaturen, viel Wind und wenig Niederschlag. Nördlich des Polarkreises fällt kaum noch Niederschlag. Oft sind es nicht einmal 200 mm pro Jahr. Daher wird diese Gegend auch als Polarwüste bezeichnet. In den weiter südlich liegenden Teilen fällt pro Jahr bis zu 400 mm Niederschlag und auf der Baffininsel bis zu 600 mm. Anders sieht es in der Region Kivalliq aus, wo im Winter deutlicher Schneefall zu verzeichnen ist.

In den Wintermonaten beträgt die durchschnittliche Temperatur um die -20 Grad Celsius, wobei Tiefstwerte von bis zu -50 Grad Celsius gemessen werden. In den Frühlingsmonaten absorbiert der Schnee einen großen Teil der Wärme der Sonne. Daher steigen die Temperaturen erst, wenn der Schnee geschmolzen ist. Im kurzen arktischen Sommer, der von Mitte Juni bis August dauert, taut der Boden dann endlich auf und das Thermometer klettert tagsüber auf bis zu +10 Grad. Im Süden Nunavuts kann es sogar noch ein paar Grad wärmer werden.

Durch den Windchill werden die Temperaturen oft als deutlich kälter wahrgenommen, als sie sind. Liegt die Temperatur zum Beispiel bei -10 Grad Celsius und es herrschen Windgeschwindigkeiten von 35 km/h kann sich das anfühlen, wie -30 Grad Celsius. Wer hier nicht aufpasst, kann schnell erfrieren. Aber die Inuit sind natürlich perfekt an diese Lebensumgebung angepasst.

Flora

Die Pflanzen, die im Gebiet der Nunavut heimisch sind, sind an die niedrigen Temperaturen, die kurzen Sommer und die langen, die extrem kalten Winter und die scharfen Winde angepasst. Permafrost und die extreme Trockenheit tragen ihren Teil dazu bei, dass sich nur wenige Pflanzen hier ansiedeln können. Die hier wachsenden Pflanzen müssen mit wenig Nährstoffen auskommen. Im Süden von Nunavut sind die Lebensbedingungen noch angenehmer und die Vegetationsdichte nimmt deutlich ab, je weiter man nach Norden kommt. Hier wachsen Gräser, Schmetterlingsblütler, Steinbrechgewächse und Heidekraut. An wettergeschützten, südlichen Lagen findet man auch Löwenzahn, Arktischen Mohn oder die offizielle Blume des Territorium Nunavut, den Gegenblättrigen Steinbrech, eine krautartige Pflanze mit lila-pinkfarbenen Blüten. Weiter im Norden findet man fast nur noch Flechten und Moose. Durch den scharfen Wind beschränkt sich die Flora auf bodennahe Pflanzen, die kaum in die Höhe wachsen. Bäume gibt es in diesen Breiten nicht.

Huskys

Tiere haben für die Inuit schon immer eine große Rolle gespielt. Sicherten sie doch als Nahrungsquelle, als Kleiderlieferant und Alltagshelfer das Überleben. Und auch die Heimat der Inuit ist daher durch großen Tierreichtum geprägt.
Da wären zunächst die treuen Begleitet der Inuit: Die Huskys. Der Husky gehört zu den Inuit wie das Eis zur Arktis. Daher ist es nicht verwunderlich, dass er auch offiziell als das „Tier von Nunavut“ gewählt wurde.

Die Hunde sind perfekt an die Bedingungen in Schnee und Eis angepasst und sind treue Begleiter für die Inuit. Huskys können fast 30 Kilogramm schwer werden und das Neunfache ihres eigenen Körpergewichts ziehen. Daher sind Huskys die idealen Schlittenhunde und waren über die Jahrhunderte in der Arktis für die Eskimos unentbehrlich. Neben den Huskys kommen in Nunavut auch Eisbären, Moschusochsen, Karibus und verschiedene Vogelarten, wie das Alpen-Schneehuhn oder verschiedene Falkenarten vor. Diese lassen sich auf Ihrer Expeditionskreuzfahrt wunderbar beobachten.

Auf so mancher Expeditionskreuzfahrt bieten unsere Partnerreedereien nicht nur die Chance, die Huskys bei einer Schlittenfahrt zu bestaunen, sondern darüber hinaus auch die Möglichkeit zu eigenen Touren mit den wunderbaren Tieren. Wenn Sie sich dafür interessieren, sprechen Sie uns gerne an. Wir helfen Ihnen, die für Sie perfekte Expeditionsreise in dieses Gebiet zusammenzustellen.

Meeresbewohner

In den Meeresregionen sind verschiedene Walarten wie Narwale und Belugawale, die auch als Weißwale bezeichnet werden, heimisch. Diese können Sie mit etwas Glück direkt vom Expeditionsschiff aus sehen. Ebenfalls lassen sich unterschiedliche Robben und Walrosse entdecken. Früher haben die Inuit die Wale gejagt, auch von ihren kleinen Kajaks aus. Denn die Tiere boten nicht nur Nahrung, aus den Knochen beispielsweise ließen sich Werkzeuge fertigen.

Inuit

Doch nun zu den Menschen hier: Die Bewohner von Nunavut sind die Inuit. Sie leben seit Jahrtausenden in diesem Gebiet und haben sich an die widrigen Lebensbedingungen angepasst. Doch erst am 1. April 1999 wurde das Territorium Nunavut offiziell gegründet und den Inuit sozusagen zurückgegeben. Damit ging für das Volk der Inuit ein großer Traum in Erfüllung. Denn der Unabhängigkeit ging eine lange Zeit des Kolonialismus voraus, in der Kanada versucht hatte, den Inuit die westliche Lebensweise aufzuerlegen. Das ist ein dunkles Kapitel in Kanadas Geschichte, denn Familien wurden auseinander gerissen und traditionelle Lebensweisen unterdrückt.

Lebensweise

Bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts lebten die Inuit als Nomaden und zogen durch die Gegend, um Tiere zu jagen. Zur Jagd verwendeten sie Speere und Harpunen. Zu ihrer Beute gehörten Karibus sowie Wale, Roben und Walrösser. Im Wasser bewegten sich die Inuit mit Kanus fort, auf dem Land nutzen sie Hundeschlitten. Als Unterkunft dienten im Sommer Zelte und im Winter die so genannten Qarmacs. Das sind Häuser aus einem Walknochengerüst, bespannt mit Fellen und bedeckt mit Schnee. Auch Iglus waren als Behausungen gängig. Die Kleidung der Inuit bestand vor allem aus tierischen Fellen.

Inzwischen hat sich die Lebensweise der Inuit grundlegend geändert. Sie sind sesshaft geworden und leben meist in Blockhütten, in denen es Strom gibt. Wasser bekommen die Inuit per Tanklastwagen. Ihren Lebensunterhalt verdienen die Inuit durch Jagd oder Fischfang, aber auch durch Kunsthandwerk.

Inseln

Auf Ihrer Expeditionskreuzfahrt durch das Gebiet Nunavut kommen Sie in der Nordwestpassage an zahlreichen Inseln vorbei, darunter die Devon-Insel, die Ellesmere-Insel, die Victoria-Insel, die Prince-of-Wales-Insel oder Somerset Island. Jede Insel erzählt Ihre eigene Geschichte und bietet, wenn Eis und Wetter es zulassen, eine spannende Möglichkeit mit dem Zodiac anzulanden und Nunavut zu erkunden.

Wollen Sie eine perfekte Expeditionsreise in diese Heimat der Inuit planen? Dann sprechen Sie uns gerne an. Das Team von Eisexpeditionen.de freut sich auf Ihren Anruf.Ihr Team von Eisexpeditionen, Ihr Spezialist, wenn es um Expeditionskreuzfahrten geht!