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Kälterekord am Südpol

Der Klimawandel beschäftigt die Welt. Wir haben auf der gesamten Erde in den letzten Jahren einen Sommerhitzerekord nach dem anderen erlebt. Demgegenüber hat sich am Südpol etwas Außergewöhnliches ereignet: Der kälteste Winter seitdem Menschen dort Aufzeichnungen führen. Diesem besonderen Ereignis möchten wir von Eisexpeditionen.de heute den Blogbeitrag widmen.

Hintergrund

Auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten umgekehrt zu unseren auf der Nordhalbkugel. Wenn hier Sommer ist, ist dort Winter, und umgekehrt. Daher startet die Antarktis-Saison in der Expeditionskreuzfahrt in unserem Winter – wenn nämlich in der Antarktis Sommer herrscht. Denn nur dann sind die Gebiete für die modernen Expeditionsschiffe (wie auch für andere Schiffe) befahrbar. Ansonsten verhindert das Packeis die Schifffahrt in weiten Teilen. Wir von Eisexpeditionen.de wissen dabei, wann eine Reise zum Südpolarkreis und der Antarktischen Halbinsel besonders schön wird.

Aufzeichnungen seit 1957

Die Antarktis wird von Menschen schon seit dem 19. Jahrhundert intensiv erforscht. Die Geschichten der berühmten Entdecker wie Amundsen oder Scott in der Antarktis haben wir auch schon in Blogbeiträgen hier auf Eisexpeditonen.de erzählt. Auch Forschungsstationen gibt es in der Antarktis bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert. Doch erst seit 1957 erfassen Menschen in der Antarktis systematisch die Temperaturentwicklung in der Antarktis. Nun hat sich hier etwas Besonderes für die heutige Zeit ereignet.

Ein sehr kalter Winter

Lange bevor die Menschen den Klimawandel diskutierten, wurde die bisher niedrigste Durchschnittstemperatur in der Antarktis gemeldet. Das war im kalten Jahr 1976. Die durchschnittlich am Südpol gemessene Temperatur lag damals bei minus 60,6 Grad Celsius (laut Daten der NASA). Doch dieser Rekord ist nun gebrochen. Das meldete die nach den berühmten Entdeckern benannte Amundsen-Scott-Südpolstation. Sie liegt direkt am geographischen Südpol auf einem Hochplateau. Die Station meldete nun einen Rekord im antarktischen Winter 2021. Zwischen April und September 2021 wurde eine Durchschnittstemperatur von sage und schreibe minus 61 Grad Celsius gemessen. Nie zuvor wurde eine kältere Temperatur gemessen. Die üblicherweise im antarktischen Winter gemessene Durchschnittstemperatur liegt bei rund minus 58 Grad Celsius; das ist jedenfalls der Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Die NASA bestätigte die Angaben der Forschungsstation.

Erklärungen

Doch auch der kalte Winter am Südpol ist auf Änderungen des Klimas auf der Erde zurückzuführen. Forscher gehen davon aus, dass sich der sogenannte Jetstream in Richtung des Südpols verschoben hat. Dadurch bleibt die kalte Luft in der Antarktis. Die Folge war ein starker Polarwirbel in der Stratosphäre, der zweiten Schicht der Erdatmosphäre, der den kalten antarktischen Winter geprägt hat.

Bitterkalt

Dabei ist wichtig zu verstehen, dass die oben genannte Temperatur nur die gemessene Durchschnittstemperatur darstellte. Es gab also Phasen im Winter, in denen es wärmer war – aber vor allem auch solche, an denen es noch kälter wurde. Die Forschungseinrichtung meldete, dass es in einzelnen Gegenden der Antarktis noch kälter wurde: Bis zu minus 98 Grad Celsius. Aber auch ansonsten kam es zu Temperaturschwankungen. Im April war es vor allem in der Westantarktis bitterkalt. Die Temperaturen lagen minus 10 Grad Celsius unter den letzten 20 Jahren. In der Ostantarktis dagegen war es wärmer als sonst.

Eis

Das änderte sich im Mai. Das Weddellmeer war wärmer als sonst – bis zu 9 Grad Celsius wärmer als Im Durchschnitt der letzten Jahre zu dieser Zeit. Daher dehnte sich trotz der bitterkalten Temperaturen das Eis auch nicht so stark aus. Laut Forschern wurde die fünftgrößte Ausdehnung seit Beginn der Aufzeichnungen durch das Eis der Antarktis erreicht. Im Juni wurde es dann bitterkalt und es wurden die Temperaturen von fast minus 100 Grad Celsius erreicht.
Doch trotz dieses Kälterekordes darf nicht geschlossen werden, dass der menschengemachte Klimawandel gestoppt ist. Das Klima in der Antarktis könne sich auch wieder ändern.

Expeditionskreuzfahrten finden im antarktischen Sommer statt. Dann hat sich das Meereis zurückgezogen. Doch es bleibt spannend: Keine Route ist wie die andere. Denn wie stark sich das Eis zurückzieht, ist jedes Jahr anders. Und zum Glück wird es im antarktischen Sommer auch nicht so bitterkalt. Er lässt sich insbesondere von Bord eines Expeditionsschiffs genießen – genau wie die Natur, die sich Ihnen dann in ihrer Schönheit offenbart. Planen Sie mit uns die perfekte Expeditionsseereise. Ihr Team von Eisexpeditionen, Ihr Spezialist, wenn es um Expeditionskreuzfahrten geht!