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Die Aleuten – Vulkaninseln für Entdecker

Es ist wie eine Reise in die Ursprünglichkeit der Natur und mit Glück erhascht man nicht nur den Blick auf den Vulkan im Inselinnern, sondern auch auf die Stellerschen Seelöwen am Strand.

Unvergessliches Abenteuer

Eben noch haben Sie die Küste der Insel beobachtet und jedes Detail in sich aufgesogen, denn diese Insel wird seit Jahrtausenden vom Meer geformt und wirkt in der rauen, kühlen Wildnis des Meeres nahe Alaska wie eine vom Wasser geplagte Schönheit. Wie es wohl war, als hier vor vier Jahrtausenden die ersten Menschen eintrafen? Wie mochte diese Insel dann auf sie gewirkt haben – und was dachten sie wohl über ihn, den Berg, der alles hier an der Küste überragt? Sie wissen: Das ist kein gewöhnlicher Berg, unvergleichbar den Spitzen des Harzes oder der Alpen, denn es ist ein aktiver Vulkan, der die ungezähmte Natur der Insel beherrscht und für sich beansprucht. Das und noch viel mehr bieten ihnen die Aleuten, die Inseln der unberührten Wildheit, die noch nicht alle erforscht sind und auf denen jeder zum Entdecker werden kann! Uralte Dörfer der Ureinwohner, Strände aus Achat-Gestein, wilde und ungezähmte Tiere. Die Aleuten laden zu einer Expeditionsseereise ein, die Sie nie vergessen werden.

Die Lage

Die Aleuten (Aleutian Islands) bilden eine Inselkette aus 162 Inseln, gelegen zwischen Nordamerika und Asien am Südrand des nordpazifischen Beringmeers. Wissenschaftler sind von den Aleuten fasziniert, bieten sie doch so vieles zu erforschen: Sie sind nicht nur der wohl bestausgebildete Inselbogen der Welt, sondern auch mit einer Reihe noch aktiver Vulkane gesegnet. Der Inselbogen liegt auf der Grenze der Nordamerikanischen Platte zur Pazifischen Platte, genauer taucht hier die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische Platte ab (sog. Subduktion). Wie wir alle noch aus dem Erdkundeunterricht wissen, entstehen auf diese Weise aktive Vulkane. So sind auch die Inseln der Aleuten-Gruppe entstanden: Sie waren ursprünglich Vulkane unter dem Meeresgrund, die im Lauf der Jahrhunderte dann, mit sinkendem Meeresspiegel, an die Oberfläche getreten sind.

Seismische Aktivitäten führen aber auch zu Erdbeben in der Region – mittelschwere Erdbeben zwischen dem Aleutengraben und den nahen Inseln sind nicht selten, aber für den Tourismus ungefährlich, da Sie nicht in die Nähe der gefährdeten Region fahren.

Schauen wir auf die genaue Lage der Aleuten: Gelegen am Südrand des nordpazifischen Beringmeers, reichen sie von der Alaska-Halbinsel über ca. 1.750km Länge in Richtung Westen bis zu den Kommandeurinseln. Die Aleuten gehören daher zu den Vereinigten Staaten und werden der Region Alaskas zugerechnet – lediglich die Kommandeurinseln, die geografisch auch zu den Aleuten gezählt werden, gehören dagegen zu Russland. Von den Kommandeurinseln ist die westlichste Insel der Aleuten, etwas mehr als 300km entfernt.

Die Aleuten bilden zwar eine klar durchgehende Reihe von Inseln, und doch werden sie geografisch in fünf Gruppen unterteilt: Zum einen die Fox Islands und die Islands of Four Mountains, zum anderen die Andrenof Islands, die Rat Islands und die Near Islands.

Raues Klima, bunte Tierwelt

Schauen Sie auf einen Globus, legen Sie den Finger auf Berlin und fahren Sie dann nach Westen zu den Aleuten. Fällt Ihnen etwas auf? In der Tat liegen die Aleuten fast auf dem gleichen Breitengrad wie die Hauptstadt Deutschlands. Allerdings wird es dort im Sommer nicht so warm wie in unserer Hauptstadt, denn die Aleuten sind aufgrund ihrer geografischen Nähe zur Arktis der subarktischen Klimazone zuzuordnen, weshalb sie auch zu den spannendsten Orten für Expeditionsseereisen gehören.

Allerdings ist es auf den Aleuten nicht ganz so kalt wie in anderen Regionen der subarktischen Klimazone. Das liegt an dem warmen Kuro-Schio-Meeresstrom, der mit Wassertemperaturen von zwei bis neun Grad Celsius jahreszeitabhängig für gemäßigte Temperaturen und auch für Tier und Mensch lebenswerte Bedingungen sorgt. Trotzdem darf man das Wetter natürlich nicht unterschätzen: Das Klima ist rau, sonnenarm und sehr feucht – selbst wir Hamburger von Eisexpeditionen.de würden die Aleuten als regnerisch empfinden, gibt es doch zwischen 120 und 250 intensive Regentage jedes Jahr. Im Sommer kann es bis zu 13 Grad warm werden, im Winter sinken die Temperaturen jedenfalls in Küstennähe selten unter minus fünf Grad Celsius.

Die meisten Inseln der Aleuten sind baumlos – und trotzdem findet sich auf ihnen eine faszinierende Vegetation, insbesondere in den Sommermonaten: Erlenholz, Weidenbüschchen und vor allem eine weitflächige alpine Tundra bilden das Gesicht der Inseln. Im Sommer gibt es verschiedene Beerenarten, die für die Tiere einen Leckerbissen bilden, wie etwa Blaubeeren oder Cranberrys. Auch viele Blumen blühen hier in den Sommermonaten. Sie zeichnen dabei ein ganz besonderes Bild von einer Region, die so nahe an der Arktis, mitten im Ozean liegt.

Die unberührte Wildnis der Aleuten bietet für zahlreiche Tiere eine perfekte Lebensgrundlage: Murmeltiere und Polarfüchse streifen über die Insel und sie erfreuen sich vor allem an der großen Vogelpopulation – darunter so seltene Tiere wie den Weißkopfseeadler. Für die Wassertiere bilden die Aleuten ein großes Paradies – Seelöwen und Otter, Wale und Seehunde tummeln sich in den Gewässern und auf einigen Inseln ist auch der König Alaskas zu Hause – der Braunbär, einer der größten Landjäger der Welt, ungezähmt und wild, majestätisch und ein Anblick, den Sie nie vergessen werden.

Die Aleuten sind damit der perfekte Ort für Expeditionsreisende: Eine raue, wilde Natur, Inseln mit Vulkanen, die zum Wandern zwischen blühenden Blumen einladen, Vögel, die zu Hunderten am Himmel kreisen, darunter seltenste Arten, Otter und Wale, die in Küstennähe leben und mit Glück auch einen Blick auf den Braunbär – welche Expedition könnte mehr für Naturfreunde bieten?

Die traurige Geschichte

Die Tierwelt bot die Lebensgrundlage für Menschen, die sich seit dem sechsten Jahrtausend vor Christus hier ansiedelten. Etwa zweitausend Jahre vor Christus siedelten dann von Western her Stämme mit seetüchtigen Booten hier an. Später müssen noch andere Stämme mit anderer ethnischer Herkunft hinzugekommen sein – wann und wie genau ist bis heute ungeklärt. Die Nachfahren dieser Menschen heißen im heutigen Sprachgebrauch Aleuten, sie selbst bezeichnen sich als Unangan

Entdeckt von der westlichen Zivilisation wurden die Aleuten 1741 von Vitus Bering, nach dem auch das Beringmeer benannt wurde, während einer russischen Expeditionsseereise. Die Entdeckung lockte wegen der zahlreichen Tiere Pelz- und Felljäger an. Die genaue Zahl der Aleuten, die hier Ende des 18. Jahrhunderts lebten, läßt sich natürlich nicht mehr ermitteln. Es läßt sich nur schätzen, dass es wohl einige Zehntausende waren, die sich trotz des kalten und rauen Klimas auf den Inseln heimisch fühlten. Wie für viele Ureinwohner Nordamerikas wurden ihnen westliche Menschen, die von Profitgier getrieben waren, zum fatalen Verhängnis. Insbesondere russische Pelzjäger ermordeten viele der unliebsamen Konkurrenten oder schlicht die Jagd störenden Ureinwohner und als Alaska im Jahr 1867 von Russland an die USA verkauft wurde, gab es auf den Inseln wohl nur noch die traurige Zahl von rund 1.500 Ureinwohnern.

Der Zweite Weltkrieg war eine schlimme Zeit für die Aleuten. Zwei der Inseln wurden von der japanischen Armee besetzt, und es fanden erbitterte Gefechte zwischen Amerikanern und Japanern mit vielen Verlusten statt. Die Einwohner wurden evakuiert – sie konnten erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs zurückkehren.

Die Heimat der Fischstäbchen

Liebt in Ihrer Familie jemand Fischstäbchen? Die Kinder oder Enkel? Dann können Sie jetzt mit besonderem Sonderwissen glänzen, denn das geliebte „Hand-Food“ kommt überwiegend aus der Beringsee! Unsere Fischstäbchen sind überwiegend aus dem sog. Seelachs hergestellt – eigentlich gar keine Lachsart, sondern ein Verwandter des Kabeljaus und früher in der Fischerei nur ein wenig beachteter Beifang. Das hat sich geändert – heute wird der Seelachs für Fischstäbchen und Filet genutzt und weltweit verschifft. Die Produktion ist dabei denkbar einfach: In großen Mengen – Zehntausende von gefangenen Fischen – wird der Seelachs in Blöcke gepresst und tiefgefroren. Aus diesen Blöcken entstehen dann später unsere beliebten Fischstäbchen oder auch die Seelachs-Filets, die es in einigen Supermarktketten in Deutschland zu kaufen gibt.

Das Klima beeinflusst die arktische Pflanzenwelt

Die Erderwärmung verändert insbesondere das Klima in der Arktis. Mehr Niederschläge und wärmere Temperaturen bedeuten längere und feuchtere Sommer und somit insgesamt längere Vegetationsperioden. Einige einheimische Pflanzen wachsen dadurch großräumiger, andere seltene hocharktische Pflanzen kämpfen unter den neuen Bedingungen ums Überleben. Da nicht einheimische Pflanzen sich besser entwickeln und einheimische Pflanzen verdrängen wird es immer wichtiger eine Einwanderung von Nicht-Einheimischen in die Arktis zu verhindern.

Orte voller Faszination

Werfen wir einen Blick auf einige der faszinierenden Orte, die Ihnen die Aleuten bieten:

Cold Bay

Da wäre zunächst Cold Bay, eine Gemeinde an der Bucht auf der Alaska Peninsula. Cold Bay ist für die Naturfreunde unter unsern Lesern von ganz besonderem Interesse, denn unmittelbar an den Ort schließt sich das Izembek National Wildlife Refuge an, einem der größten Vogelschutzgebiete der Welt: Knapp 1.700 Quadratkilometer groß, 142 geschützte Vogelarten, darunter die „Pacific black prant“, eine Gänseart, die es in Nordamerika fast nur noch hier gibt. Aber nicht nur Vogelfreunde kommen hier auf ihre Kosten, denn es ist ein Ort mit sehr dichter Braunbär-Population! Es ist ein unglaubliches Schauspiel, wenn die Lachse die Flüsse hier zum Laichen hochziehen – dann sammeln sich die Braunbären an den Flüssen und haben einige Tage des ausgelassenen Festmahls vor sich. Lesen Sie dazu unbedingt auch unseren Alaska-Blog auf unserer Seite! An der Küste des Naturschutzgebietes sammeln sich zudem Robben, Seeotter, Walrösser und Seelöwen. Von Cold Bay aus kann die Izembek Lagune zur Tierbeobachtung bequem erreicht werden, es gibt hierfür auch touristische Angebote: Guides ermöglichen einen Trip zu den besten Plätzen, um die Naturschauspiele zu beobachten. Ein unvergesslicher Ort für Expeditionsreisende.

Unimak Island and False Pass

Die USA hat nach heutigem Stand auf seinem Staatsgebiet 46 aktive Vulkane. Wie wäre es, wenn Sie den Ort besuchen könnten, an dem 27 davon gelegen sind? Ganz genau: 27 aktive Vulkane finden Sie auf Unimak Island, genauer gesagt nahe bei False Pass, einem kleinen verträumten Fischerdorf. Hier leben weniger als 50 Menschen in einer reinen Aleuten-Gemeinde.

Akutan Island – Wandern am Fuße des Vulkans

Besonders sehenswert ist auch Akutan Island mit dem Dorf Akutan, einem Aleutendorf mit rund 1.000 Einwohnern. Auch hier leben die Menschen direkt am Fuße eines aktiven Vulkans, der den Namen Akutan Vulkan trägt. Die Gemeinde freut sich über Touristen, insbesondere für Wanderer ist die Erkundung des Vulkans besonders spannend, und Tierfreunde können eine Vielzahl von Vögeln beobachten.

Sand Point – Wunderschöne Aussichten

Sand Point mit knapp 1.000 Einwohnern ist eine an der nordwestlichen Küste von Popof Island gelegene Gemeinde. Wer das Wandern liebt, wird hier große Freude haben, denn die Insel bietet nicht nur wunderschöne Aussichten in einer unberührten Natur, die insbesondere zum Blumenpflücken einlädt. Hier ist das Wandern völlig unbeschwert, da man keine Angst vor Bären haben muss. Auch Angler kommen auf ihre Kosten, denn die Einheimischen bieten Bootstouren an, die zu den besten Fangplätzen in Küstennähe führen.

Unga Island – versteinerter Wald

Wer noch die Zeit hat, wird auch einen Trip zu Unga Island anstreben, einen Ort, an dem ein seltener versteinerter Wald eine besondere Magie versprüht und verlassene Goldminen Geschichten aus alten Tagen erzählen.

Ein besonderes Detail zu Popof Island

Hier gibt es ein Gefühl des Wilden Westens, denn auf der Insel ziehen wilde (!) Bisons umher, deren Ureltern 1955 bewußt auf diese Insel gebracht worden sind. Geschichtsfreunde finden hier zudem die St. Nicolas Chapel, eine 1933 gebaute russisch-orthodoxe Kirche, die in den USA als bedeutender historischer Ort gilt.

King Cove

Unweit entfernt von Cold Bay ist King Cove, ein malerischer Fischereihafen am westlichen Ende der Alaska Peninsula. Es ist ein El Dorado für Tierfreunde, denn hier können Expeditionsreisende Bären und Wale beobachten. Leider hat auch King Cove eine traurige geschichtliche Anekdote zu bieten: 1911 wurde hier eine große Fischverarbeitungsanlage gebaut, die 1976 jedoch von einem Feuer zerstört wurde. Glücklicherweise wurde sie aber später wiederaufgebaut, und heute findet sich hier die größte Lachsverarbeitungsanlage von Alaska.

Die Aleuten haben damit für Natur- und Tierfreunde ungewöhnlich viel zu bieten: Unberührte Natur, eine Pflanzen- und Tiervielfalt ohne Gleichen, und die Erkundung von Siedlungen der Ureinwohner – wir freuen uns darauf, Sie zu Ihrer Expeditionsseereise zu beraten! Ihr Team von Eisexpeditionen, Ihr Spezialist, wenn es um Expeditionskreuzfahrten geht!