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Auf den Spuren des Weihnachtsmannes: Von Alaska nach Finnland

Wir lieben es, unseren Kunden die Bewohner der Arktis nahe zu bringen. Eisbären, Polarfüchse, Robben. Unsere Augen leuchten, wenn wir über sie schreiben, Fotos und Videos von ihnen betrachten und sie hoffentlich bald wieder „live“ sehen. Viele Kinderaugen strahlen, wenn sie in diesen Tagen den Weihnachtsmann erblicken. Dabei ist doch auch er ein Bewohner der Arktis! Der bärtige Mann im roten Mantel liebt offenbar das Eis und arbeitet dort mit seinem Elfen das ganze Jahr an Geschenken. Aber wo genau lebt der Weihnachtsmann eigentlich? Begeben wir uns in unserem heutigen Weihnachtsblog auf eine Weihnachtsexpedition: Auf den Spuren des Weihnachtsmannes.

Ein Blick in die Geschichte

Wir von Eisexpeditionen.de müssen es leider zugeben: Der Weihnachtsmann lebte nicht immer im ewigen Eis. Die historische Figur, auf der die heute bekannte Legende beruht, ist der Heilige Nikolaus von Myra. Er lebte nicht im Eis, sondern eher in der Sonne: in einem Gebiet, das heute zur Türkei gehört. Nikolaus wurde in eine wohlhabende Familie geboren, aber er fand es ungerecht, so viel Armut zu sehen. Er liebte es den Armen Geschenke zu machen. Einmal soll er drei Säcke mit Goldmünzen in das Haus einer armen Familie gebracht haben. Das soll übrigens die armen Töchter des Hauses bewahrt haben, ein Leben lang in Schande zu verbringen.

Wie hat sich dann die Legende verbreitet? Seeleute begannen, zu ihm zu beten. Sie erzählten auf Seefahrten, wie er in das Haus von armen Menschen kam und ihnen Geschenke brachte. So wurde Nikolaus zu einem der beliebtesten Heiligen der Christenheit, und die Legende entstand.

Übrigens sind die Gebeine des Nikolaus heute nicht mehr in der Türkei. Sie wurden später von italienischen Dieben gestohlen und nach Bari gebracht. Allerdings behauptet heute auch Venedig, dass italienische Kreuzfahrer schon zuvor Teile der Gebeine geraubt hatten. Beide Städte beanspruchen daher die Gebeine von Nikolaus für sich und ziehen noch heute Pilger an.

Das Outfit des Weihnachtsmanns beruht übrigens noch heute auf dem heiligen Nikolaus. Wenngleich   auch sehr vage. In der Legende trug Nikolaus, wenn er Gaben in die Häuser warf, ein rotes Gewand. Das Bild eines Wohltäters in rot ist daher in den Legenden hängen geblieben.

Wie kommt Nikolaus nun an den Nordpol?

Ein Element unserer heutigen Weihnachtsmannlegende lässt sich nur schwer aufklären: Seine Verbindung zu Rentieren. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts tauchten Darstellungen auf, die den Weihnachtsmann auf einem Schlitten zeigten, der von Rentieren gezogen wurde. Schon damals wussten die Menschen, wo diese Tiere leben: in den polaren Regionen. 1869 schreibt dann George P. Webster, ein amerikanischer Poet, ein Gedicht. Darin legt er in Versen dar, der Weihnachtsmann lebe „in der Nähe des Nordpols“. Sicher ist, dass die Darstellung des Karikaturisten Thomas Nast 1886 unser heutiges Bild vom Weihnachtsmann prägte. Er entwarf ein Bild des Weihnachtsmanns für Harper’s Weekly, der mit seinen Rentieren am Nordpol lebt. Das ging auf Webster zurück. Trotzdem hat das Bild von Nast unser Leben geprägt: viele von uns glauben, das Elfendorf mit all den Geschenken befindet sich am Nordpol. Zu dieser Zeit passte die Idee aber gut: Noch hatte niemand den geografischen Nordpol erreicht. Warum solle der Weihnachtsmann also nicht dort leben?

Das Geschäft mit Santas Heimat

Im 20. Jahrhundert wurde der Weihnachtsmann dann zum Geschäft. An mehreren Orten entstanden Weihnachtsmanndörfer oder Weihnachtsmann-Freizeitparks. Der New Yorker Geschäftsmann Julian Reiss schuf 1949 eine physische Version der Werkstatt des Weihnachtsmanns auf 25 bewaldeten Hektar rund um Lake Placid. Der Name des Ortes? Natürlich „North Pole“! Einer der ersten Themenparks Nordamerikas. In Indiana entstand „Santa Land“. Wo? Natürlich in der Stadt Santa Claus!

Wo liegt das Haus des Weihnachtsmannes denn nun?

Das hängt ganz davon ab, wen sie fragen. So gibt es einen großen Ort des Weihnachtsmannes in Alaska! Genauer, wie könnte es anders sein, in „North Pole“: In der Nähe von Fairbanks wurde 1952 ein Handelsposten eröffnet, der als „Haus des Weihnachtsmannes“ bezeichnet wurde. Tatsächlich war es ein klassischer Gemischtwarenladen. Dann kamen immer mehr Touristen. Die findigen Inhaber bauten das „Santa Claus House“ nun in eine Touristenattraktion um – mit natürlich angeschlossenem Markt. Wer will nicht sagen, er hat etwas am Nordpol gekauft, im Haus des Weihnachtsmannes? Das Haus wird man schon aus der Ferne gut sehen, denn ein 15m großer Weihnachtsmann ragt über dem Haus. Ganz stilecht lebt auch eine Gruppe Rentiere vor dem Haus. Viele Kinder schicken ihre Weihnachtswünsche hierher. Sogar aus Nordkorea sollen Briefe eingehen.

Die Konkurrenz: Der finnische Weihnachtsmann

Aber selbstverständlich gibt es noch andere „Orte des Weihnachtsmanns“. Viele unserer Leser kennen sicherlich Rovaniemi, die Handelshauptstadt Lapplands, der nördlichsten Provinz Finnlands. Es war ein äußerst findiger Radiomoderator, der Lappland auf die „Weltkarte des Weihnachtsmannes“ packte. Er behauptete 1927, den Weihnachtsmann gefunden zu haben. Dieser lebte nach seiner Erzählung in den Bergen Lapplands, in Korvatunturi. Dazu hatte er eine geniale Geschichte: Mit einiger Fantasie wirken zwei der Berge dort wie riesige Ohren. Und wer braucht Ohren, um die Kinder auf der Welt zu belauschen? Genau, der Weihnachtsmann! Denn wie sonst soll er wissen, was sie sich wünschen? Ob sie gut oder böse waren?

Also lebte der Weihnachtsmann in den Bergen. Das war aber natürlich wiederum nicht optimal. Denn wie sollten Fünfjährige so den Weihnachtsmann finden?

An dieser Stelle müssen wir leider eine dunkle Seite der Geschichte ins Spiel bringen. Die deutschen Besatzer zerstörten im Zweiten Weltkrieg Rovaniemi. Nach dem Krieg wollten die Menschen die Stadt wiederaufbauen. Nun kamen die Finnen auf eine geniale Idee: Anstatt die Stadt wie jede andere zu entwerfen, wollten sie die Legende des Weihnachtsmannes einfließen lassen. Nun wurde beschlossen, die Straßen der Stadt planerisch wie Rentiergeweihe zu gestalten. Das war der erste Grundstein für die heutige Attraktion.

Und nun kommt eine besondere, eine der größten Damen der Geschichte ins Spiel: Eleanor Roosevelt. Eleanor war weltweit berühmt, war sie doch mit Franklin D. Roosevelt verheiratet. Von 1933 bis 1945 war sie die First Lady der Vereinigten Staaten und hatte in dieser Funktion weltweit Bewunderung gefunden. Klug, elegant, gütig, gab sie den Menschen Hoffnung in schlimmen Zeiten. Nach dem Ende der Präsidentschaft ging sie selbst in die Politik und war eine hochrangige Politikerin bei der UNO. In dieser Funktion wollte Eleanor nun 1950 Rovaniemi besuchen. Sie kündigte an, das Haus des Weihnachtsmannes sehen zu wollen. Als die Finnen dies hörten, waren sie hellauf begeistert. Sie hatten nur ein Problem: Es gab gar kein Haus des Weihnachtsmannes in der Stadt, die sich erst im Wiederaufbau befand.

Das aber sollte kein Problem sein. Die Finnen bauten schnell eine Hütte, die dem Weihnachtsmann gehören sollte. Die Nachricht von Eleanors Besuch beim Weihnachtsmann ging um die Welt. Das Weihnachtsmanndorf entstand. Es sollte aber noch knapp 30 Jahre dauern, bis der Tourismus die Menschen nach Lappland brachte, um das Weihnachtsmanndorf zu besuchen. Heute reisen dorthin jährlich 500.000 Besucher.

Die Finnen sind der festen Überzeugung, dass nur hier bei ihnen der Weihnachtsmann lebt. Sie laden Kinder aus der ganzen Welt ein. Wer mag, kann sogar für seine Kinder einen Brief des Weihnachtsmannes gegen eine kleine Gebühr anfordern. Auf der anderen Seite gehen hier viele Briefe mit Wünschen an den Weihnachtsmann ein.

So leicht geben die Norweger nicht auf!

Ist der Weihnachtsmann also ein Finne? Quatsch, sagen die Norweger. Er ist, wie sollte es anders sein, natürlich ein Landsmann! Nach norwegischer Sicht lebt der Weihnachtsmann in Drøbak. Knapp 13.000 Einwohner der Ortschaft am Ostufer des Ostfjords sind fest überzeugt: Der Weihnachtsmann wurde hier geboren und ist nie weggezogen. In diese Ansicht werden sie faktisch hineingeboren. Diese Information steht sogar auf der offiziellen Homepage der Stadt. Kein Wunder also, dass sich das Weihnachtspostamt der Stadt größter Beliebtheit erfreut. Mehr als 20.000 Briefe an den Weihnachtsmann gehen hier jährlich ein. Das Weihnachtspostamt wird übrigens von einem Verwandten vom Weihnachtsmann geleitet. Jedenfalls behauptet „Onkel Tom“ das. Er sei ein Cousin von Santa. Ob das stimmt, wissen wir nicht. Sicher dürfte aber sein, das kein Mensch in der Stadt eine größere Touristenattraktion als er ist.

Santa auf Grönland

All das kann die Dänen ganz und gar nicht überzeugen. Die frühere Seefahrernation glaubt nicht, dass sich der Weihnachtsmann auf dem europäischen Festland herumtreibt. Das wäre doch viel zu auffällig. Wo also soll der Weihnachtsmann sein? Na klar: auf Grönland, der größten Insel der Welt, die so vom Eis bedeckt ist, dass Menschen ihr Inneres nur schwer erforschen können. Das hört sich doch nach dem perfekten Ort für den Weihnachtsmann an.

Grönländische und dänische Kinder schreiben Briefe an den Weihnachtsmann. Dieser hat eine Geheimadresse in Grönland. Wie bekommt man die Briefe also zu ihm? Briefe grönländischer und dänischer Kinder, die an den Weihnachtsmann gesandt werden, landen in einem riesigen roten Briefkasten in Nuuk. Dort gibt es Freiwillige, die die Briefe öffnen und handschriftlich beantworten.

Übrigens gibt es einen süßen Brauch unter dänischen und grönländischen Eltern: Wenn es Zeit ist, die Kinder vom Schnuller zu entwöhnen, dann werden diese in die Briefe an den Weihnachtsmann gesteckt. Geschenke vom Weihnachtsmann gibt es also dann, wenn er endgültig den Schnuller vom Kind erhält. In Nuuk landen daher jährlich hunderte von Schnullern.

Fazit

Wie wir es drehen und wenden: Der Weihnachtsmann ist also einer von uns! Ein Freund des Eises, mag sich sein Heim nun in den USA, auf Grönland oder in Europa befinden. Damit fühlen wir von Eisexpeditionen.de uns dem lieben Weihnachtsmann sogar noch mehr verbunden als andere.

Vielleicht ist die Weihnachtszeit genau die richtige Zeit, eine Reise in die Heimat des Weihnachtsmannes zu planen. Sprechen Sie uns dazu gerne an.

Polare Grüße

Ihr Team von Eisexpeditionen

Ihr Spezialist, wenn es um Expeditionskreuzfahrten geht!

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