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Antarktische Skua – Feind der Pinguine, fürsorglicher Partner

Heute wollen wir uns einer besonderen Vogelart im Blog von Eisexpeditionen.de widmen, genauer einem Bewohner der Antarktis: Die Subantarktis-Skua oder Antarktische Raubmöwe. Die Tiere haben Sie vielleicht in manchem Tierfilm gesehen, gelten die Vögel doch als aggressive Feinde der Pinguine. Doch wird diese Reduzierung den Vögeln nicht gerecht. Sie sind perfekte Überlebenskünstler und beeindruckende Flugexperten, zudem fürsorgliche Partner. Zeit, sich dieser Vogelart anzunähern.

Fakten

Die Skuas der Antarktis sind auf den ersten Blick nicht besonders hübsch, aber charakterstark. Relativ dunkles Gefieder kennzeichnet sie ebenso wie die dunkelbraunen Schwanzfedern (was ihnen auch den Namen Brauner Skua eingebracht hat). Lediglich an den Flügelinnenseiten findet sich ein gut sichtbarer weißer Fleck.

Ausgewachsen werden die Vögel um die 1-1,5 kg schwer. Die Weibchen sind in der Regel größer als die Männchen. Die Flügelspannweite beträgt bei einer Körpergröße von rund einem halben Meter in der Regel ca. 1,4m. Die Tiere sind damit zwar ungefähr so groß wie ausgewachsene Möwen, sind allerdings in der Statur und ihrem Jagdtrieb stärker. Zudem haben sie einen gefährlichen spitzen Schnabel.
Forscher schätzen, dass es weltweit noch max. 20.000 der subpolaren Skuas gibt. Die Zahl klingt niedrig, ist aber aus Sicht von Wissenschaftlern für diese Vogelart nicht gefährlich. Derzeit wird die Art nicht als akut bedroht eingestuft.

Lebensraum

Die Skuas leben vor allem in den Küstenregionen der Antarktis, wo sie einerseits auf Fischjagd gehen, andererseits sich in der Nähe großer Pinguinkolonien aufhalten. Wenn allerdings der antarktische Winter droht, werden die Skuas zu Zugvögeln. Sie wandern dann weit über den Äquator hinaus. Einige der subpolaren Skuas wurden sogar in Alaska und auf Grönland gesichtet.

Wie sich schon aus der Verbreitung ergibt: Die Vögel sind ausgezeichnete Flieger. Auf der Suche nach Nahrung fliegen sie bis tief in das Innere der eisigen Länder der Antarktis. Einzelne der Vögel wurden sogar dabei beobachtet, wie sie den Südpol überqueren.

Raubvögel

Vorab, weil es in so manchem Tierfilm etwas falsch dargestellt wird: Skuas ernähren sich hauptsächlich von Fisch und Krill. Sie gehen nicht nur selbst auf Fischjagd, sondern haben sich auch angewöhnt, anderen Vögeln ihre Beute zu stehlen. Insbesondere Möwen geraten oft unter die Räder, oder eher Flügel: Kaum haben sie einen Fisch gefangen und sich damit in die Lüfte erhoben, kommt eine größere Skua und jagt ihnen die Beute ab. Die Skuas packen den anderen Vogel in der Luft und bearbeiten ihn mit ihrem spitzen Schnabel so lange, indem sie den anderen Vogel schütteln, bis der andere Vogel seinen Fang ausspuckt. Das finden Sie schlimm? In der Vogelwelt gibt es viele Arten, die sich so Nahrung besorgen – darunter auch der Weißkopfseeadler, das amerikanische Wappentier.

Feinde der Pinguine

Skuas sind aber in Tierfilmen über die Arktis vor allem auch deswegen zu sehen, weil sie Feinde der Pinguine sind. Denn sie stehlen den Pinguinen in ihren Kolonien die Eier aus den steinernen Nestern, die für die Tiere ein Leckerbissen sind. Aber leider sind nicht nur die Eier der Pinguine ihr Ziel. Auch junge Küken, die in den Kolonien umherwandern und isoliert von den älteren Tieren sind, können den Skuas zum Opfer fallen. Das mag uns stets grausam erscheinen, insbesondere da wir als Menschen so viel Mitgefühl mit den liebenswerten Pinguinen haben. Es ist aber der Kreislauf der Natur: Auch die Skuas wollen überleben und ihren Nachwuchs füttern.

Revierkämpfer

Wer Skuas beobachtet, kann wahrnehmen, wie sie ihre Flügel ausbreiten und laut kreischen. Das ist ein Revierverhalten. Es dient einerseits dazu, andere Skuas und Feinde abzuschrecken. Gleichzeitig soll es aber auch einen potentiellen Brutpartner anlocken.
Auch Menschen werden auf diese Weise vertrieben. So kann es sein, dass bei einer vorsichtigen Anlandung in der Antarktis mit einem Zodiac ein Skua seine Unzufriedenheit zum Ausdruck bringt. Dies zeigt der Vogel dann mit einer Drohgebärde. Er fliegt sehr tief über die Köpfe der Menschen. Sind die Skuas am Nisten, kann es sogar sein, dass der Vogel mit dem Flügel auf den Kopf eines Menschen schlägt, um ihn zu vertreiben. Aber keine Sorge: Die erfahrenen Guides unserer Partnerredereien sorgen dafür, dass die Vögel möglichst nicht gestört werden und Sie nicht in eine echte Gefahr geraten. Dennoch ist in der freien, unberührten Natur nie auszuschließen, dass Sie auf eine verärgerte Skua treffen.

Aber keine Sorge: Nicht alle Skuas sind feindlich. Immer wieder berichten uns Gäste auch, dass sie auf neugierige, freundliche Exemplare getroffen sind, die gerne für Fotoaufnahmen posierten.

Nachwuchs

Es sind die schneefreien Monate des antarktischen Sommers, die die Tiere zum Brüten nutzen. Sie nisten damit in der Regel in der Zeit zwischen November bis Januar. Die Männchen locken das Weibchen mit vielen Rufen und Posen an. Rührend: Sie füttern das Weibchen, um seine Zuneigung zu gewinnen. Und das Schöne: Wenn die Tiere im Alter von 5 Jahren zum ersten Mal brüten und einen Partner finden, bleiben sie in der Regel sowohl dem Nistplatz wie auch dem Partner ein Leben lang treu. Skuas sind damit liebevolle, treue Partner – und auch fürsorgliche Eltern.

Das Nest wird auf dem Boden gebaut. Es ist in der Regel nur eine einfache Scharrung in der Erde oder im Moos. So sehr unterscheiden sich die Vögel dabei nicht von menschlichen Heimwerkern: Oft beginnt das Männchen mit der Arbeit, aber das Weibchen stellt das Nest fertig. Wie genervt sie dabei vom unfähigen Männchen ist, wissen wir nicht.

Wie bei einer ganzen Reihe von Vögeln, legen die Weibchen zwei Eier – aber in der Regel schlüpft nur eines der Küken. Und selbst, wenn beide schlüpfen, regelmäßig wird nur eines der Küken flügge werden. Es ist eine Überlebensstrategie, wenn die Vögel auf zwei Eier setzen. Wird eines zum Beispiel von Nesträubern gestohlen, kann die Nachkommenschaft noch durch das andere Ei gesichert werden. Die Brutzeit beträgt zwischen 24-34 Tage, wobei das Küken in der Regel nach dem 28. Tag schlüpft. Beide Eltern bebrüten die Eier und füttern das Jungtier auch; die Nahrung würgen sie dabei hoch.

Die Küken der Skuas sind keine Nesthocker. Im Gegenteil: Schon ein bis zwei Tage nach dem Schlüpfen verlassen sie das Nest. Sie bleiben dann in einem Revier rund um das Nest und bewegen sich recht viel, was sie anfällig macht für Räuber. Die Eltern betreuen das Küken daher weiter. Die Küken sind aber nicht dumm: Sie tarnen sich möglichst auf ihren Streifzügen, insbesondere, wenn die Eltern laut geben und Gefahr droht. Nach ca. 49 Tagen nach dem Legen des Eies sind die Küken dann flügge und erheben sich in die Luft.

Wollen Sie Skuas in freier Wildbahn beobachten, diese perfekt angepassten Raubmöwen der Antarktis? Dann sprechen Sie uns gerne an. Wir planen mit Ihnen die perfekte Expeditionsseereise in die Antarktis und zu den dortigen Naturwundern.Ihr Team von Eisexpeditionen, Ihr Spezialist, wenn es um Expeditionskreuzfahrten geht!