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Alaska mit HX Expeditions - Reisetagebuch "Aleuten, Bären und die Inside-Passage"

Der Reisejournalist und Kreuzfahrtexperte Ingo Thiel begleitete für Eisexpeditionen.de eine außergewöhnliche Alaska-Expedition mit HX Expeditions. Die 18-tägige Reise "Aleuten, Bären und die Inside-Passage" an Bord der Roald Amundsen führte von Vancouver bis nach Nome durch eine der wildesten Regionen Nordamerikas. In seinem detaillierten Reisetagebuch dokumentiert er Bärenbegegnungen, spektakuläre Naturlandschaften und kulturelle Einblicke in das Leben am Rande der Zivilisation.

21. Juni: Vancouver

Ankunft nach einem entspannten Flug mit der Condor ab Frankfurt und Transfer ins Hotel Hyatt Rgency, prima gelegen, um die Stadt zu Fuß zu erkunden. Der Großraum Vancouver bildet mit 2,1 Millionen Einwohner die viertgrößte Stadt Kanadas, hat aber mit mehr als 5.700 Einwohnern pro Quadratkilometer die höchste Bevölkerungsdichte.

Sie wird regelmäßig als eine der lebenswertesten Städte der Welt eingestuft. Die Stadt ist nach George Vancouver benannt, der 1792 den inneren Hafen der Burrard Inlet erkundete und verschiedenen Orten britische Namen gab. Eine Reihe edwardianischer Gebäude in der Altstadt waren zu ihrer Zeit die höchsten Geschäftsgebäude des Britischen Empire wie das Carter-Cotton Building (ehemaliger Sitz der Zeitung The Province ), das Dominion Building (1907) und der Sun Tower.

Fun Fact: Greenpeace, die erfolgreichste Umweltorganisation der Welt, wurde 1971 in Vancouver gegründet. Eine Gruppe von Freiwilligen traf sich zum ersten Mal im Luna Café in Gastown.

22. Juni: Einschiffung Vancouver

Nach Frühstück und Auschecken geht es mit dem Bus zu einer kurzen Stadtrundfahrt, Hauptziel: Der Stanley Park. Mit 405 Hektar ist der größte Park Kanadas größer als der New Yorker Central Park. Jährlich wird er von etwa acht Millionen Einheimischen und Touristen besucht. Durch den Park zieht sich ein 200 km langes Netz von Spazierwegen. Am 27. September 1888 erfolgte die offizielle Eröffnung des Parks, der nach Frederick Arthur Stanley benannt wurde, dem damaligen kanadischen Generalgouverneur. Berühmteste Attraktion ist die Sammlung von Totempfählen am Brockton Point, wo der Bus zur Besichtigung anhält.

Fun Fact: Der Stanley Park wurde im Gegensatz zu den meisten Stadtparks nicht von einem Landschaftsarchitekten entworfen, sondern entwickelte sich im Laufe der Zeit aus einem Wald. Die heutigen Wanderwege waren einst Holzfällerpfade, das Gebiet wurde von 1860 bis 1880 forstwirtschaftlich genutzt.

Fun Fact 2: Die Kanone am Brockton Point, die „9 O'Clock Gun", wird jeden Abend um 21:00 Uhr abgefeuert. Ursprünglich diente sie als Signal für Fischerboote.

Nach dem Stanley Park geht es direkt zum riesigen Zeltbau Canada Place (entworfen von Zeidler Roberts Partnership Partnership, MCMP & DA Architects), dem ehemaligen Kanada-Pavillon der Weltausstellung von 1986, der einen Teil des Kongresszentrums, das Pan-Pacific Hotel und ein Kreuzfahrtterminal umfasst. Im Hotel wartet ein vielfältiges Buffet zum Mittagessen. Danach ist noch viel Freizeit, die meisten Gäste nutzen diese zum Einkaufsbummel der nahegelegenen Shoppingmeilen.

Wer im Hotel geblieben ist, beobachtet das Andockmanöver der Roald Amundsen. Zwei Stunden später geht es dann auf das Schiff, weitere zwei Stunden später legt die Amundsen ab und verlässt Vancouver für die spannende Alaska und Kanada Expeditionsreise "Aleuten, Bären und die Inside-Passage". An Bord sind 270 Passagiere, darunter 56 Deutsche, 35 Schweizer und vier Österreicher.

23. Juni: Vancouver Island / Transit Seymour Narrows

Am nächsten Morgen ist das Schiff immer noch zwischen Festland und Vancouver Island unterwegs. Die Gewässer rund um die Insel sind einer der besten Orte weltweit, um Wale in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Neben Orcas ziehen hier vor allem Buckelwale, aber auch Grauwale entlang. Und tatsächlich entdeckt ein Passagier vormittags eine Buckelwalherde und am frühen Nachmittag werden Orcas gesichtet!

Die Seymour Narrows sind für ihre starken, gezeitenbedingten Strömungen bekannt, die 15 Knoten erreichen können. Zahlreiche Hügel am Ufer und ein Tidenhub von 4 Metern machen die Passage schwierig. Benannt nach Admiral Sir George Francis Seymour, der die Pacific Station von 1844 bis 1848 kommandiert.

Abends Kapitänsempfang, bei dem Kapitän Rune Alme bei einem Cocktail seine Führungsmannschaft vorstellt.

Fun Fact: Die Seymour Narrows wurden von Entdecker George Vancouver als „eine der abscheulichsten Wasserstrecken der Welt“ beschrieben.

24. Juni: Seetag / Misty Fjords

Vormittags werden die Citizen Science-Projekte ausführlich vorgestellt, die Passagiere können bei sechs verschiedenen Projekten mitmachen, für jedes Projekt kann eine App heruntergeladen und dann unter Anleitung losgelegt werden: Für iNaturalist, bei dem man Tier- und Pflanzensichtungen fotografiert und hochlädt, wird sogar ein eigener Folder für die Reise der Amundsen angelegt. Für den NASA-Cloudobserver werden Wolken fotografiert und kategorisiert, die NASA vergleicht diese mit Satellitenbildern und leitet daraus verbesserte Wettervorhersagen ab. Für eBird werden Vögel beobachtet, bei orca.org und Happywhale die großen Meeressäuger. Für das Phytoplankton Monitoring Network wird sogar ein Science Boat besetzt, ein Zodiac, auf dem Passagiere mit Planktonnetzen Proben nehmen und gemeinsam mit den Naturalisten an Bord unter dem Mikroskop untersuchen.

Nachmittags werden in den Misty Fjords die Zodiacs ausgesetzt, mitten in einer unberührten Wildnis mit Nadelbäumen, Wasserfällen und schneebedeckten Gipfeln, die zum Tongass National Forest gehört. Das flächenmäßig mit Abstand größte National Monument der USA umfasst die Spitze des Alaska Panhandle, des südlichsten Teils Alaskas. Es wird geprägt durch die Küstenberge der Boundary Ranges, die von tiefen Fjorden eingeschnitten und mit Regenwald der gemäßigten Breiten bewachsen sind. Vom Wasser ragen steile Wände zwischen 600 und 900 m auf, von denen oft Wasserfälle stürzen. Naturschriftsteller John Muir beschrieb die Gegend als einen der schönsten Orte, die er je gesehen hat.

Die Misty Fjords sind nur über Wasser erreichbar. Lediglich wenige Hundert Menschen besuchen das Gebiet jedes Jahr, was es zu einem der weniger touristischen Orte Alaskas macht.

Fun Fact: Das Misty Fjords National Monument wird aufgrund seiner steilen Granitfelsen und U-förmigen Täler, die dem Yosemite-Nationalpark ähneln, oft als „Yosemite des Nordens“ bezeichnet. Diese Merkmale wurden während der letzten Eiszeit von Gletschern geformt, die anschließende Überflutung eines Teils dieser Täler durch das Meer schuf atemberaubende Fjorde.

25. Juni: Wrangell

Erster richtiger Landgang, mit Tenderbooten geht es von der Reede alle 20 Minuten zum Pier. In der Nähe der Mündung des Stikine River gelegen und eine der ältesten Städte Alaskas, ist der 2.500 Einwohner-Flecken die einzige Stadt in Alaska, die von vier Nationen regiert wurde: Tlingit, Russland, England und die Vereinigten Staaten. Das Volk der Tlingit lebt seit Tausenden von Jahren in dieser Gegend, und Beispiele ihrer Kultur sind in Wrangell allgegenwärtig. Die Stadt beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Totems, von denen mehr als ein Dutzend über die ganze Stadt verstreut sind. Die beste Totem-Sammlung befindet sich auf Chief Shakes Island, ein grasbewachsenes Eiland, das über eine Fußgängerbrücke zu erreichen ist. In der Mitte steht das Shakes Community House, ein Tlingit-Stammeshaus, in dem Werkzeuge, Decken und kulturelle Gegenstände ausgestellt sind.

Nördlich der Stadt befindet sich der Petroglyph Beach, in dem Felszeichnungen zu sehen sind, die 8.000 Jahre alt sind. Es gibt rund 40 Petroglyphen, aber die meisten sind bei Flut überschwemmt. Die Bedeutung ist immer noch nicht geklärt, es wird angenommen, dass sie für religiöse oder schamanistischen Rituale genutzt wurden.

Die Geschichte der Tlingit, der Russen und des Goldbergbaus in Wrangell kann im Wrangell Museum erlebt werden. Das Museum beherbergt eine Sammlung von mehr als 3.000 Fotos, die die Geschichte der Region darstellen. Zu sehen sind auch vier handgeschnitzte Tlingit-Hauspfosten aus den späten 1700er Jahren und eine Sammlung von Fichten- und Zedernholzkörben.

Fun Fact: Wyatt Earp war hier zehn Tage lang vorübergehender Marshall, während er und seine Frau Josie auf dem Weg zum Klondike waren.

26. Juni: Sitka

Auch hier wird nach den eingeteilten Tiernamen-Gruppen getendert. Als Alexander Baranow Ende des 18. Jahrhunderts im Auftrag der Russisch-amerikanischen Gesellschaft ankam, lebten hier die Tlingit. Nach Verhandlungen mit den Tlingit gründete Baranow das alte Sitka, etwa 10 km nördlich des heutigen Sitka. Er nannte die Siedlung Nowo-Archangelsk, nach der größten Stadt in der Region, in der er geboren wurde. 1808 wurde Sitka Hauptstadt der russischen Besitzungen in Nordamerika und 1840 Bischofssitz der Russisch-Orthodoxen Kirche, mit der zwischen 1844 und 1848 erbauten St. Michael’s Cathedral. Von der historischen russischen Altstadt sind nur noch einige wenige Häuser erhalten.

1867 wurde in Sitka im alten Fort die Übergabe Alaskas von Russland an die USA in einer Zeremonie formell vollzogen. Der Verwaltungssitz von Department und später District of Alaska befand sich bis 1906 in Sitka, danach wurde er nach Juneau verlegt. Während des 2. Weltkriegs baute die US-Navy ihre Garnison stark aus, zeitweise lebten mehr als 40.000 Menschen in und um Sitka.

Absolutes Highlight, aber von kaum einem der Passagiere besucht, ist das etwas außerhalb der Stadt gelegene „Fortress of the bear“ - ein Waisenhaus für Bärenkinder, deren Mutter getötet oder schwer verletzt wurde. Das privat geführte Bärenrettungszentrum, das von Spenden lebt, holt verwaiste Bären aus ganz Alaska und setzt sie im Erwachsenenalter entweder wieder aus oder vermittelt die Bären an Zoos weltweit. Derzeit leben acht verwaiste Bären in drei separaten Groß-Gehegen. Diese Gehege sind der natürlichen Umgebung nachempfunden, mit Bachläufern und Graswiesen. Besucher haben einen überdachten Bereich und können von dort oben aus fotografieren.

Fun fact: Sitka ist mit 12.461,4 km² die größte Stadt der USA - nach der Fläche (Bei 8.450 Einwohnern!)

Fun fact 2: Bekanntheit erlangte Sitka durch die Hollywood-Komödie „“Selbst ist die Braut mit Sandra Bullock und Ryan Reynolds, die unter anderem in Sitka und Umgebung spielt.

27. Juni: Icy Bay

Gleich bei der Einfahrt bietet sich ein tolles Panorama: Der mit Eisbergen übersäte Fjord hat eine atemberaubenden Gletscher- und Bergkulisse, gleich vier Gletscher (Guyot, Yahtse, Tyndall, Issa) liegen an seinem Rand. Der Mount St. Elias (5.489 Meter, vierthöchster Berg der USA) ragt am Horizont auf, nur vier Meilen vom Gezeitenwasser am Kopf der Bucht entfernt.

Die Eisberge bieten einen Zufluchtsort für Robben, die sich hier häuten, während die frisch vergletscherten Moränen und Teiche nistende Küstenvögel anziehen. Mit den Zodiacs geht es durch die knisternden, klickenden und auch krachenden Eislandschaften, wenn einer der Gletscher kalbt.

Not so funny fact: Am 17. Oktober 2015 zerstörte ein Mega-Tsunami, der durch einen Erdrutsch am westlichen Ende des Fjords ausgelöst wurde, mit bis zu 15 Meter hohen Wellen und einer Geschwindigkeit von fast 100 km/h, die gesamte Küstenlinie. Da die Gegend unbewohnt ist und zum Zeitpunkt des Tsunamis keine Schiffe in der Bucht waren, wurde glücklicherweise niemand verletzt.

28. Juni: Seetag

Ein entspannter Seetag beginnt mit einem ausführlichen Frühstück im „Aune“, dem Hauptrestaurant mit 240 Plätzen. Danach lädt Norma, die Kulturbotschafterin, zum Kaffee-Talk in der Explorer Lounge. Die 58-jährige Inuit aus Mud Flats, einem 400 Seelen-Ort an der Beringküste, erzählt den Passagieren bei diesen „Talks“ regelmäßig von Kultur, dem Umgang mit der rauen Natur, Handwerks- und Jagdkunst sowie dem alltäglichen Leben in ihrem Dorf. Außerdem zeigt sie eigene Handwerkskunst wie Sticken, Nähen und Schnitzen mit Naturmaterialien oder führt gemeinsam mit dem Expeditionsteam Tänze wie den Yup´ik auf und erklärt, wie damit Geschichten erzählt und weitergegeben werden. Die morgendlichen Erzählungen sind immer sehr gut besucht, zahlreiche, interessierte Gäste haben unzählige Fragen, die Norma geduldig beantwortet. Aus der ursprünglich angesetzten Stunde werden oft 90 Minuten oder länger.

Den gesamten Tag über finden auf Deck Beobachtungen mit den Naturalisten statt, besonders eifrig ist die NASA Cloud-Observer-Gruppe, die sich jeden Tag trifft. Abends im Explorer Room, wo die Vorbereitung auf den nächsten Tag stattfindet, herrscht Euphorie. Morgen geht es nach Kodiak Island und alle sind begierig darauf endlich Bären in freier Wildbahn zu entdecken.

29. Juni: Kodiak Island

Auf der zweitgrößten (8975 km²) Insel der USA leben rund 3.500 Kodiaks. Auch geschichtlich ist das Eiland interessant, denn Kodiak war die erste Hauptstadt von Russisch-Alaska. Die Insel wurde vor den Europäern von Alutiiq besiedelt, die bis heute zu den ansässigen Ureinwohnern zählen.Der erste nachweisliche Europäer ist der russische Entdecker und Pelzhändler Stepan Gawrilowitsch Glotow, der 1763 auf Kodiak landete. 1778 kam James Cook im Rahmen seiner dritten Südseereise auf der Insel, die bis dahin nur gelegentlich von russischen Pelzjägern aufgesucht wurde, bis Schelichow im Rahmen seiner russischen Amerika-Expedition im Auftrag der russischen Kaiserin Katharina II. 1783 die erste permanente Siedlung auf Kodiak gründete.

Mit den Zodiacs geht es hinaus und wir haben Glück: Als Erste sichten wir mehrere Bären am Strand und können diese in Ruhe für 30 Minuten ungestört und ausführlich betrachten, bis das nächste Zodiac kommt und die Bären, vom Lärm aufgescheucht, ins Dickicht verschwinden. Wenige andere haben auch noch Glück, die meisten Passagiere aber sehn keinen Bären. Dafür werden nachmittags vom Schiff mehrere Bären gesichtet, allerdings aus weiter Entfernung.

Fun Fact: Das Kodiak National Wildlife Refuge wurde von Franklin Roosevelt während des Zweiten Weltkriegs 1941 gegründet; angeblich, weil ihm seine Frau Eleanor ständig in den Ohren lag, er solle bitte die Bären schützen.

30. Juni: Katmai Nationalpark

Jetzt aber! Heute sehen auch die Gäste, die bislang noch keinen Bären in freier Wildbahn erblickt haben, ihre ersten Exemplare! Ist aber auch kein Wunder, der Nationalpark ist einer der weltweit besten Orte zur Bärenbeobachtung, mehr als 2.000 Braunbären sind hier beheimatet. Kaum im Zodiac und um das Schiff herum, wird im ersten Zodiac bereits der erste Kodiak gesichtet. Und es geht so weiter: Insgesamt sechs Bären sehen diese Gäste. Die ersten Lachse schwimmen schon die Flüsse hoch, fünf verschiedene Arten gibt es hier. Ab Mitte Juli ist das Bären-Buffet eröffnet und die massigen Raubtiere tummeln sich am Ufer und vor Stromschnellen. Bis Ende August ist Hochsaison, so lange wandern die Lachse zahlreich die Flüsse hinauf. Und versorgen die Braunbären in wenigen Wochen mit dem Proteinbedarf eines ganzen Jahres (so sagt der Naturalist an Bord).

Not so funny fact: Am 6. Juni 1912 fand hier der stärkste Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts statt. Der Novarupta explodierte mit einer Kraft, die drei Mal so stark war wie der Vesuvausbruch, der Pompeji vernichtete. Noch 100 Meilen entfernt war die Luft so voller Asche, dass Laternen auf Armlänge nicht mehr gesehen werden konnten.

1. Juli: Kujulik Bay

Ein sehr unbekanntes Stück Alaska, die Amundsen und die gesamte Crew sind ist zum ersten Mal da, selbst der obligatorische Lotse ist hier noch nie gefahren, wie der Kapitän später erzählt. Und auch das ursprüngliche Ziel in der Bay mit Vogelfelsen am Ufer kann nicht angefahren werden, weil Nebel und Wind herrschen. So wird auf die andere Seite der Bucht verholt. Mit den Zodiacs geht es raus, aber mehr als eine längere Spazierfahrt ist auf diesem Ausflug nicht zu holen. Interessanter ist es an Bord: Zum Canada Day schneidet der Kapitän in der Explorer Lounge eine Torte an. Am 1. Juli 1867 wurde Kanada durch den British North America Act als Bundesstaat des britischen Commonwealth offiziell gebildet und seitdem ist dies Nationalfeiertag.

Fun Fact: Ein schlechter Navigator gilt als erster europäischer Entdecker Kanadas: Bjarni Herjolfsson, der 986 auf der Fahrt von Island nach Grönland vom Kurs abkam und in Neufundland landete.

2. Juli: Unga Island

1873 erstmals besiedelt durch Seeotter-Jäger, zu Blütezeiten 231 Einwohner. 1969 verließ die letzte Familie die Insel, weil die See leergefischt und Seeotter ausgerottet waren. Die Amundsen liegt auf Reede, mit Zodiacs wird am Strand angelandet. Malerische Hügel, wildes Grün, viele lieblich blühende Wildblumen und überall verstreut eingefallene Holzhäuser und Überreste einer Kirche erwarten die Gäste im Geisterdorf. Das Expeditionsteam hat einen Bereich abgesteckt, in dem sich die Passagiere bewegen dürfen, denn es lauert eine ungewöhnliche Gefahr: Wilde Kühe, die von ausgebüxten oder freigelassenen Vorfahren abstammen, haben auf der 24 km langen, aber nur 18 Meter hohen Insel, immer wieder Besucher angegriffen! Zum versteinerten Wald, Überresten von Urwelt- und Küstenmammutbäumen, die im Tertiär von vulkanischer Asche begraben wurden, ist es deswegen zu Fuß leider nicht nur zu weit, sondern auch gefährlich.

Fun Fact: Bei der US-Volkszählung 2000 wurde die Einwohnerzahl mit Eins angegeben, obwohl niemand permanent auf der Insel wohnt. Des Rätsels Lösung: Auf der Nachbarinsel wechseln sich die Familien ab, die ab und an auf Unga Island nach dem rechten sehen, quasi als „Verwalter“.

3. Juli: Dutch Harbour

Das 4.500-Einwohner-Städtchen ist Teil der Insel Unalaska, der Hafen liegt auf der Nachbarinsel Amaknak und ist über die knapp 200 Meter lange South Channel Bridge mit Dutch Harbour verbunden. Die Russen entdeckten die Insel, als Stepan Glotow 1759 hier anlandete, 1768 wurde Unalaska zum Handelshafen ausgebaut. 1825 ließ Bischof Innokenti die Auferstehungskirche errichten. Der Priester gehörte zu den ersten Europäern, der die Einheimischen und ihre Kultur nicht nur auf eine Stufe mit sich stellte, sondern sie förderte. Gemeinsam mit indigenen Ureinwohnern erschuf Bischof Petroski das erste aleutische Schriftsystem, später übersetzte er die Bibel ins Aleutische.

Gemessen am Gewicht der gefangenen Fische (> 350.000 t/Jahr) ist Dutch Harbour der größte Fischereihafen der USA. Hier liegen auch die Boote der Krabbenfischer, die unter härtesten Bedingungen nach der riesigen King Crab fischen. Gut zu sehen in der US-Dokuserie „Der Fang des Lebens“ auf DMAX.

Im 2. Weltkrieg vervierfachte sich die Einwohnerzahl schlagartig, die Navy Air Base wurde 1941 fertiggestellt, später kam ein U-Boot-Hafen dazu. Ein Jahr später erlangte Dutch Harbour traurige Berühmtheit: Bis heute ist das Städtchen neben Pearl Harbour das einzige Territorium der USA, welches nach Staatsgründung jemals von einem Kriegsgegner angegriffen wurde: Am 3. Und 4. Juni 1942 griffen japanische Jagdflieger und Bomber an, die von zwei Flugzeugträgern starteten. Flugplatz, Flugzeuge, Munitionslager, Nachschubdepots, Funkanlagen und Mannschaftsbaracken wurden zerstört. Die US-Truppen waren am ersten Tag im Schlaf überrascht worden, es gab keinerlei Warnung, 43 Tote und mehr als 50 Verwundete waren zu beklagen. Im Weltkriegsmuseum sind zahlreiche Fotos und Exponate ausgestellt.

Sehenswert ist auch das Museum der Aleuten, welches 1999 eröffnet wurde, um die Geschichte und Kultur der Aleuten-Region zu sammeln, zu bewahren und zu erforschen. Mit aktivem Ausbau der Sammlungen von Unangax̂, russisch-amerikanischer Kunst, Kunst aus dem Zweiten Weltkrieg und lokaler Kunst bietet das Museum Dauer- und Wechselausstellungen und bietet Forschern Stipendien. Für Besucher sind vor allem die Exponante zu Jagd und Kultur der Inuit-Völker interessant.

Fun Fact: Entdecker Stepan Glotow gab dem Ort diesen Namen, weil er glaubte, zuvor ein Schiff mit niederländischer Flagge gesehen zu haben, welches vor ihm als erstes europäisches Schiff den Hafen erreicht hatte. Nur: In diesen Gewässern war 1759 kein einziges niederländisches Schiff unterwegs, wie aufbewahrte Aufzeichnungen wie Logbücher beweisen.

4. Juli: Seetag

An Seetagen stehen immer zahlreiche Vorträge auf dem Programm. Heute sticht vor allem einer heraus, der zur Geschichte und Bedeutung Alaskas: Der Name leitet sich vom aleutischen Wort „alaxsxaq“ ab, was „Das Festland “ bedeutet. Es ist auch als „Alyeska“, „Großes Land“ bekannt, ein aleutisches Wort mit derselben Wurzel.

Nur 55 Seemeilen von der russischen Küste entfernt, dauerte es bis zur Chirikov-Bering-Expedition 1741, die erstmals die Küste Alaskas entlangsegelte und den Tierreichtum zu Wasser und an Land wahrnahm. Sie kamen zurück mit einem Laderaum voller Pelze und Fellen. Ein einziger Seeotterpelz entsprach damals dem Jahreslohn eines Matrosen. Dies lockte Pelzjäger an, 1743 kam die erste Welle Russen auf die Aleuten, über Kodiak Island(1783) ging es bis 1799 die Küste hinauf bis nach Novo Archangelsk (Sitka). Waren es zunächst Pelzjäger privater Unternehmen, formte Zar Peter I. im Jahr 1799 aus diesen ein einziges staatliches Unternehmen, die Russisch-Amerikanische Gesellschaft.

Das Fort in Sitka wurde ausgebaut, die ansässigen Tlingit zogen sich nach blutigen Niederlagen zurück und das Örtchen wurde zur Hauptstadt von Russisch-Amerika. Obwohl nur insgesamt 800 Russen in Alaska lebten, schafften es die Jäger in nur 30 Jahren die Tierpopulationen so zu dezimieren, dass sich die Jagd nicht mehr lohnte. Bevor die Russen kamen, hatten rund 10 Millionen Seeotter die Küste entlang gelebt, 1830 waren es nur noch ein paar Hunderttausend. Dasselbe galt für Robben, Biber, Hirsche, Bären und Wölfe, auch die Wälder leerten sich. 1838 wurde Südost-Alaska an die Briten, den späteren Feind, verpachtet und im Norden etablierte sich der Walfang.

Der 1853 begonnene Krimkrieg war Auslöser für den Verkauf Alaskas, denn als Folge des Kriegs stand Russland vor dem Staatsbankrott. So kam in Russland die Idee auf Alaska zu verkaufen, naheliegend wäre Großbritannien gewesen, dass ja einen Teil Alaskas bereits gepachtet und auch das heutige Kanada in Besitz des Commonwealth genommen hatte. Zar Alexander II. dachte aber nicht daran, den Gegner im Krimkrieg etwas anzubieten, sondern wandte sich den USA zu. Ein Jahr lang dauerten die Verhandlungen, die auf russischer Seite Edward Stoeckl und für die USA Staassekretär William H. Seward führten. Ein Jahr lang dauerten die Verhandlungen bis am 30. März 1867 der Vertrag unterzeichnet wurde und auf dem Castle Hill in Sitka ein Scheck über 7,2 Millionen US-Dollar übergeben wurde. Der Kauf war nach dem verhandelnden US-Innenminister als „Seward's Folly“ bekannt. Denn die meisten Senatoren und Abgeordneten der US-Regierung glaubten, dass Alaska nur aus Eis, Schnee und Gletschern bestand und außer Pelzen wenig Wert besaß. Der Kaufpreis war im Verhältnis zur Größe ein Witz: Bei einer Fläche von etwa 1,7 Millionen Quadratkilometern entsprach er etwa 4,74 Dollar pro Quadratkilometer. Angesichts der bis heute gefundenen Bodenschätze wie Öl, Erdgas, Gold, Kupfer, Zink, Kohle und vieler weiterer Mineralien ein hervorragender Deal!

1959 wurde Alaska 49. Bundesstaat der USA, die Flagge von Alaska zeigt acht goldene Sterne auf dunkelblauem Grund. Die Sterne stellen den Großen Wagen und den Polarstern dar. Blau symbolisiert den Himmel, das Meer, die Bergseen und die Wildblumen Alaskas, während Gold die Bodenschätze des Staates repräsentiert. Die Flagge wurde 1927 eingeführt, nachdem ein von der Alaska American Legion ausgeschriebener Wettbewerb stattfand. Dieser Wettbewerb wurde von dem 13-jährigen Benny Benson gewonnen.

Fun Facts: Alaska ist der flächenmäßig größte US-Bundesstaat, weist aber auch die geringste Bevölkerungsdichte auf. Hier befindet sich der höchste Gipfel Nordamerikas, der Denali. Von den 20 höchsten Bergen der USA befinden sich 17 in Alaska. Es gibt rund drei Millionen Seen, 3.000 Flüsse und mehr als 100.000 Gletscher. Alaska hat nicht nur die längste Küstenlinie aller US-Bundesstaaten, sondern allein mehr Küste als der Rest der USA zusammen (mehr als 34.000 Meilen).

5. Juli: St. Paul

Saint Paul ist die größte der Pribilof-Inseln und liegt am Nördlichsten. Mit einer Breite von 12,33 km und einer Länge von 21,7 km Hat sie eine Gesamtfläche von 110 km². Saint Paul ist vulkanischen Ursprungs und weist in seinem Inneren eine Reihe von Schlackenkegeln und Vulkankratern auf. Der höchste von ihnen, Rush Hill, erhebt sich 203 m hoch an der Westküste der Insel.

Die Ureinwohner kannten die Pribilofs schon lange, bevor Europäer die Inseln entdeckten. Sie nannten die Inseln Amiq, was „Land des Bruders der Mutter“ bedeutet. Der Überlieferung zufolge fand der Sohn eines Ältesten der Unimak-Inseln sie, nachdem er mit seinem Boot Richtung Norden gepaddelt war, um einem Sturm auszuweichen. Er verirrte er sich im dichten Nebel, bis er die Geräusche der riesigen Robbenkolonien von Saint Paul hörte.

Im 18./19. Jahrhundert bevölkerten noch Millionen Seebären (Northern Seal Furs) die Strände der Insel und zogen hier ihre Jungen auf. Russische und später amerikanische Jäger erschlugen die Tiere wegen ihrer Pelze in Massen. Den Tieren wurde auf der Insel ein Denkmal errichtet, heute sollen es immerhin noch Zehntausende sein, die jedes Jahr für ein paar Monate herkommen, mehr als 50 Prozent der weltweiten Population. Die Jagd ist mittlerweile gesetzlich verboten.

Im einzigen Café des 400-Seelen-Ortes drängen sich bei nasskaltem Wetter die Passagiere. Neben dem Coffeeshop sind ein kleines Museum und die 1907 erbaute St. Peter und Paul-Holzkirche die einzigen Attraktionen. Die Hauptsehenswürdigkeiten sind die Tundralandschaft und die Tiere, neben den Northern Furs noch einige Vogelarten.

Fun Fact: Die Insel wurde 1787 von russischen Jägern zum Gedenken an den Tag, an dem sie die Insel zum ersten Mal entdeckten, zunächst „Sankt Peter und Sankt Paul“ genannt. Später wurde der Name zu „Sankt Paul“ verkürzt.

6. Juli: St. Matthews

Mit Zodiacs geht es zur Anlandung auf der Vogelinsel. Am Bird Rock lebt eine endemische Vogelart, die Bering-Schneeammer. Wer zum anderen Ende des Strands zum dortigen Felsen läuft, sieht auch jede Menge Papageientaucher. Im Briefiing wurde den Passagieren eingeschärft, nichts aufzuheben und mitzunehmen, erst recht keine Vogelfedern. Es gibt ein Gesetz, welches dies untersagt.

Abends spielt die Crewband in der Explorer´s Lounge, sehr schräg, aber Riesenstimmung, viele Passagiere tanzen.

Fun Fact: Pro Jahr besuchen weniger Menschen die Insel als auf den Mount Everest steigen, 2024 waren dies im Himalaya 841 Menschen (Quelle: FAZ).

7. Juli: Seetag

Am vorletzten Tag der Reise stellt das Expeditionsteam die Ergebnisse der Citizen Science-Projekte vor. Zunächst werden Bilder gezeigt, die von der Unterwasserdrohne in Sitka, Uyak Bay (Kodiak)und in Kinak Bay (St.Paul) aufgenommen wurden. Am Pier von Sitka beeindrucken vor allem Seeanemonen, -igel und -sterne, Quallen ziehen pulsierend Wasser ausstoßend vorbei. In den Seegraswäldern von Uyak Bay verstecken sich Nadelfische in Kinak Bay sind es vor handtellergroße Krabben, die die Zuschauer begeistern.

Bei den Projekten wurden bei zehn Treffen via eBird App 81 Spezies erkannt, der NASA wurde per GlobeObserver mit Bildern aus acht Erkundungen geholfen, die Gastwissenschaftlerin nahm jeweils 20 Zoo- und 20 Phytoplankton-Proben. Auf acht Science Boat-Ausfahrten kamen 37 interessierte Passagiere mit, Wasserproben wurden jeweils abends im Anschluss an die Fahrten analysiert und erklärt. Über Happywhale sind 33 Buckelwale, 17 Tümmler, 8 Delfine, jeweils 7 Sperm- & Finnwale sowie ein Grauwal gemeldet. Mit Orca.org wurden acht Tiere erfasst.

Da bei iNaturalist auch bis auf die NASA-App alle oben erwähnten Tiere, aber auch Pflanzenarten erfasst wurden, ist das Ergebnis natürlich das Höchste von allen, aber die Zahlen beeindrucken doch: 131 Passagiere haben bei der Dokumentation mitgemacht und ihre Fotos auf die Plattform hochgeladen. Bei 1.104 Beobachtungen konnten 379 Arten zugeordnet werden , darunter 33 ped

Am Nachmittag steht eine Brückenbesichtigung für die Passagiere an, Kapitän Rune Alme hat keine Wache und ist dementsprechend nicht dabei. Dafür steht er abends für ein Interview zur Verfügung: Der 40-jährige Vater von drei Jungen kommt aus Bergen und ist seit 22 Jahren auf See. Nach dem Dienst in der norwegischen Marine ging Rune zu Bergen Maritime, wo er jahrelang auf Frachtern fuhr und die Offiziersränge durchlief. Dort bekam er nach seinem Patent auch sein erstes Kommando, bevor er mit 30 Jahren in die Kreuzfahrtbranche wechselte und bei Royal Caribbean Kapitän wurde. Vier Jahre später wechselte der smarte Blondschopf zu Hurtigruten und übernahm zunächst das Kommando auf der Spitsbergen. Seit anderthalb Jahren ist er nun für HX auf den Expeditionsschiffen unterwegs und sieht vor allem eine Besonderheit der Amundsen: „Wir kommen auch in ganz seichte Buchten hinein, dieses Schiff ist für flache Gewässer gebaut. Das gilt auch für diese Reise, z. B. in Kujulik Bay. Selbst die erfahrenen Lotsen, die wir für mehr als eine Woche durchgängig an Bord hatten, waren beeindruckt. Auch sie waren zuvor noch nie in dieser Bucht und haben mit uns ihre ersten Erfahrungen dort gesammelt.“

Um das Sammeln von Erfahrungen geht es seiner Meinung nach auch für die Passagiere auf den Reisen der Amundsen: „Expedition ist mehr als ein abgelegenes Gebiet, es geht um lokale Gemeinschaften, ihre Kultur und ihre Bräuche. Die meisten Menschen, die wir besuchen, leben in alten Traditionen im Einklang mit der Natur. Darauf können wir uns rückbesinnen und wieder von ihnen lernen, wie man verantwortungsvoll und nachhaltig mit der Umwelt umgeht, so dass auch unsere Kinder und Enkel noch etwas davon haben.“

Die Umwelt so viel wie möglich zu schonen, ist nicht nur Unternehmensphilosophie von HX, sondern auch eine Herzensangelegenheit für den naturverbundenen Rune Alme, der in seiner Freizeit gerne mit der Familie durch die norwegischen Wälder und Berge wandert: „Wir kaufen teureren Kraftstoff, der kaum Ruß-, Schwefel- oder Stickoxidausstoß hat. Außerdem trainieren wir alle unsere Navigatoren darauf, den Verbrauch zu senken, damit weniger Emissionen entstehen. Wir nutzen Wind und Strömung, wann immer es und berechnen die Routen so, dass wir keine hohen Geschwindigkeiten fahren müssen, in der Regel fahren wir maximal zwischen 12 und 14 Knoten. Beim Ankern legen wir uns so, dass das Schiff mit und nicht gegen die Naturgewalten geht, so dass unser Dynamic Positioning System nicht ständig eingreifen muss. Und mit allem, was wir an Bord tun, Plastik- und Müllvermeidung, intelligente Lichtschaltungen, Nutzung von Abwärme zum Heizen, Schonende Wasserauf- und nachbereitung, den Verzicht auf Papier, wo möglich, versuchen wir auch die Passagiere zu sensibilisieren und zu reflektieren, wie sie selbst das in ihren Alltag einbauen können.“

Nicht zuletzt ist dem sympathischen 40-jährigen der Umgang mit der Crew enorm wichtig: „HX zahlt nicht nur besser als andere Reedereien, wir bemühen uns darum, unsere Crew auch fortzubilden, die Aufstiegschancen sind sehr gut. Wir hören von vielen Crewmitgliedern, die vorher bei anderen Kreuzfahrtunternehmen waren, wie wohl sie sich im Vergleich hier bei uns an Bord fühlen. Dadurch haben wir auch viel Stammpersonal und eine wirklich tolle Truppe mit hoher Arbeitsmoral und viel natürlicher Freundlichkeit. Ich denke, dass sehen auch unsere Gäste.“

8. Juli: Ausschiffung Nome

Ausschiffungstag, aber bis zum Abflug nach Seattle bleibt noch viel Zeit, um das 3.700 Einwohner- Städtchen zu entdecken. Nome liegt an der Südküste der Seward-Halbinsel an der Mündung des Snake River. Die Inupiaq nutzten das Gebiet seit mehr als 4.000 Jahren für die Jagd und ernähren sich von Meeressäugern entlang der Küste und Karibus im Landesinneren, es gab jedoch nie eine feste Ansiedlung. 1889 fanden der Norweger Lindeberg mit zwei Schweden Gold in der Nähe, was einen Goldrausch auslöste. In der Folge entstand eine Siedlung, die 1899 mehr als 10.000 Einwohner hatte.

Das von Nome ausgehende Straßennetz ist gut ausgebaut, wird aber nur spärlich genutzt. Lokale Straßen führen zu Gemeinden bis zu 87 Meilen von Nome entfernt, es gibt jedoch keine Straßenverbindung zu anderen großen Städten Alaskas. Am Nome-Council Highway stehen rostige Reste dreier Dampflokomotiven und einem Gleis, die den Namen „Last Train to Nowhere“ tragen. Einst sollte ein Eisenbahnnetz auf der Halbinsel gebaut werden – das Projekt wurde aber bald aufgegeben.

Da hier pro Jahr kein Dutzend Expeditionsschiffe anlegt, haben sich die Touristiker der Stadt ins Zeug geschmissen und Tanz- und Kulturveranstaltungen, Goldwaschanlagen, Kunsthandwerksmarkt und einen Brunch in der alten Kirche Old St. Joe`s organisiert. Besonders heraus sticht aber die Schlittenhunde-Vorführung, denn der Musher ist der 57-jährige Martin, der aus Göppingen stammt und vor mehr als 30 Jahren nach Alaska auswanderte, um Schlittenhunderennen zu fahren. Er kaufte die älteste Zeitung Alaskas, Nome Nugget, vor allem wegen des Fotoarchivs, mit dem er das meiste Geld verdient. Seine Freizeit ist Zucht, Pflege und Training seiner Schlittenhunde gewidmet. Acht Mal nahm er am legendären Iditarod, dem längsten Schlittenhunderennens der Welt, teil. Nome ist der Zielort des Iditarod. Start ist jeweils am 1. Samstag im März in Anchorage. Die ersten Gespanne erreichen das 1500 km entfernte Ziel, das sich direkt vor der Kirche Old St. Joe`s befindet nach etwa neun Tagen.

Fun Fact: Nome wurde in „Die Simpsons – Der Film“ in einer Szene erwähnt: Marge strickt eine Decke mit den Worten „Nome Sweet Nome“ in einer Hütte in Alaska.

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