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10 spannende Fakten über Weißkopfseeadler

Nicht nur Vogelfreunde sind begeistert von den schönen Tieren. Kein Mensch kann sich der Schönheit des Weißkopfseeadlers entziehen. Das Wappentier der USA fasziniert Menschen seit Jahrhunderten – wenngleich ein amerikanischer Präsident den Adler heftig ablehnte! Warum? Das erfahren Sie in unserem heutigen Blogbeitrag in 10 beeindruckenden Punkten!

Expedition Wildlife

Stellen Sie sich vor, wie Sie an Bord eines Expeditionsschiffes stehen. Sie haben bereits Eisberge gesehen auf dem Weg durch den hohen Norden und nun fahren Sie die Küste Alaskas hinunter. Es ist ein schöner Morgen, Sie halten mit einem Fernglas in der klaren Luft Ausschau. Da erblicken Sie ihn: Einen großen, majestätischen Vogel, mit einer schier endlosen Flügelspannweite. Er wirkt, als gehöre der Himmel ihm, wie er dort kreist. Sie halten den Atem an und blicken nach oben, das Fernglas vor die Augen gerichtet: Er ist es tatsächlich. Ein weißer Kopf über dem schokobraunen Gefieder bestätigt es. Der Weißkopfseeadler, der amerikanische Adler, begrüßt Sie. Ein einmaliges Schauspiel, das Sie nie vergessen werden.

1. Ein stolzer Amerikaner

Weißkopfseeadler sind in den Küstenstaaten der USA beheimatet, vor allem in Alaska. Sie sind der einzige natürliche Adler Nordamerikas – und daher auch das Wappentier der USA seit 1782. Dabei sind sie natürlich nicht nur „US-Amerikaner“. Viele Weißkopfseeadler leben auch in Kanada, insbesondere in den (sub-) arktischen Regionen an den fischreichen Küsten. Die Weißkopfseeadler leben vor allem von Fisch, daher siedeln sie an Flüssen, Seen und vor allem der Küste an. Häufig versammeln sich die Tiere dann auch in bestimmten Regionen. In British-Columbia in Kanada sind im November in bestimmten Regionen tausende der Tiere zu beobachten. Auf so mancher Expeditionskreuzfahrt um Kanada und Alaska wird das Expeditionsteam Sie an Orte führen, an denen eine große Chance besteht, die schönen Tiere zu beobachten.
Der Weißkopfseeadler ist damit ein echter „Nordamerikaner“.

2. Der kahle Adler

Im Englischen heißt der Weißkopfseeadler „bald eagle“, was frei übersetzt „der kahle Adler“ bedeutet. Dabei ist der schöne Vogel nicht kahl am Kopf, wie wir alle wissen. Vielmehr hat er einen weiß gefiederten Kopf. Es ist aber der Kontrast zu dem schokoladenbraunen Gefieder am restlichen Körper, der zu dem ungewöhnlichen Namen im Englischen führte. Der Schnabel, die Augen und die Füße sind markant gelb.

3. Die Weibchen geben den Ton an

Weißkopfseeadler sind beeindruckende Schönheiten. Die Männchen sind etwa 90cm lang – aber was sie neben dem markanten Äußeren auszeichnet, ist die beeindruckende Flügelspannweite von etwa 2 Metern. Pech nur, dass die Weibchen sie übertrumpfen! Diese können weit über einen Meter länger werden, mit Flügelspannweiten von durchschnittlich 2,5 Metern.

4. Paare fürs Leben und große Wanderer

Auch wenn das wissenschaftlich nicht sicher belegt ist: Die meisten Forscher wie auch romantische Vogelfreunde gehen von ewiger Liebe aus: Weißkopfseeadler, die als Paar zusammenfinden, bleiben ein Leben lang zusammen. Vielleicht haben Sie schon einmal das Bild eines Nestes eines solchen Paares gesehen: Die Vögel bauen riesige Stockneste, in der Regel hoch über dem Boden auf Gebirgsvorsprüngen, einem Baum oder anderen geeigneten Nistplätzen. Wichtig ist die Nähe zum Wasser, um Nahrung zu holen.

Das Weibchen legt in der Regel mehrere Eier. Wie auch bei anderen arktischen Vögeln, beteiligt sich auch das Männchen am Brüten und Füttern des Nachwuchses. Der Nachwuchs schlüpft nach etwa einem Monat. Die Jungvögel sind noch komplett dunkel, erst im Alter von etwa fünf Jahren bildet sich das weiße Gefieder am Kopf. Während der Jugend wandern die Weißkopfseeadler oft tausende von Kilometern, bis sie eine aus ihrer Sicht geeignete Region finden. Manche der Vögel ziehen von den Küsten Alaskas bis nach Südkalifornien und zurück.

5. Faule Jäger

Weißkopfseeadler fischen, indem sie mit ihren Krallen unter die Wasseroberfläche greifen und sich den Fisch schnappen. Zudem verzehren sie Aas oder greifen sich kleinere Säugetiere. Aber am Liebsten gehen sie nicht selbst fischen. Sie beobachten andere Vögel dabei, insbesondere den kleineren Fischadler. Wenn dieser sich einen Fisch geschnappt hat, wird er alsbald von einem Weißkopfseeadler verfolgt. Dieser greift ihn in der Luft an, bis der kleinere Adler den Fisch verliert. Nun taucht der Weißkopfseeadler ab und schnappt sich den fallenden Fisch noch in der Luft. Ein beeindruckendes Schauspiel. Manche von ihnen schaffen es sogar, in der Luft den Fisch aus den Krallen der anderen Vögel zu schnappen. Angler berichten häufiger davon, dass sie einen Fisch an der Leine aus dem Wasser zogen – und auf einmal ein Weißkopfseeadler sich den Fang holte.

6. Benjamin Franklin war kein Fan

Genau deswegen war Benjamin Franklin kein Fan der Weißkopfseeadler. Zwar war der Vogel seit 1782 das nationale Emblem der Vereinigten Staaten von Amerika. Aber Franklin mochte den Vogel überhaupt nicht. Sein Favorit für das Wappentier der USA? Tatsächlich der Truthahn! Warum? Franklin bezog sich auf das oben beschriebene Jagdverhalten der Adler. Er fand, die Vögel wären feige, unmoralische Diebe. Sollten die USA dafür in Zukunft stehen? Doch Franklin konnte sich (glücklicherweise?) nicht durchsetzen. Der Weißkopfseeadler blieb das Wappentier der USA.

7. Zusammen sind wir stark

Es ist kein Wunder, dass Weißkopfseeadler gerne in Gruppen zusammenleben. Denn sie jagen gelegentlich auch zusammen. So wurde von Forschern beobachtet, wie ein Adler kleinere Vögel vor sich hertreibt und müde macht, bis ein anderer Adler zugreift. Auf diese Weise teilen sich die Tiere die Beute.

8. Ein langes Leben

Wie so mancher Vogel der arktischen Regionen, kann auch der Weißkopfseeadler ein stolzes Alter erreichen. Wissenschaftlich gesichert ist: Die Tiere können mehrere Jahrzehnte leben. Der älteste Weißkopfseeadler, der je von Forschern beobachtet wurde, wurde 1977 beringt. Er starb 2015 – und war somit mindestens 38 Jahre alt.

9. Der Mensch als größter Feind

Der größte Feind des Weißkopfseeadlers ist der Mensch. Es ist eine bittere Ironie: Während die Amerikaner stets stolz auf ihr Wappentier waren, hat keine andere Nation der Welt so viel darangesetzt, die schönen Vögel auszurotten. Die Jagd auf die Adler wurde als vornehmer „Sport“ betrachtet, ein echter Mann musste lange seine Männlichkeit durch das Erlegen eines Adlers beweisen. Immer wieder hieß es dabei, man müsse auch die Fischgebiete vor den Tieren schützen. Auch das Pestizid DDT trug dazu bei, viele Adler, vor allem junge, zu töten. Daher wurde es 1972 fast vollständig verboten. Die USA stellten viel Geld zur Verfügung, um Reservate für die Weißkopfseeadler aufzubauen und die Tiere wieder in Küstenstaaten anzusiedeln. Das war ein großer Erfolg: Heute gilt die Gattung nicht mehr als bedroht. Es zeigt: Wenn sie wollen, dann können auch Amerikaner die Natur sehr gut schützen.

10. Verspielte Tiere

Wir alle kennen Naturfilme, in denen Vögel, beispielsweise Papageien, mit Dingen spielen. Manche dieser Tierfilme sind berühmt geworden und bleiben uns immer in Erinnerung. Aber wussten Sie, dass auch der Weißkopfseeadler ein echt kleiner Spielfanatiker sein kann? Manche der Tiere wurden dabei gefilmt, wie sie Plastikflaschen aufsammeln, in der Luft fallen lassen und dann wieder aufnehmen und umherwirbeln. Offenbar rein zum Vergnügen. Auch wurde beobachtet, wie die Vögel einander Stöcke in der Luft zuwarfen.

Ein Weißkopfseeadler in der Luft ist ein unvergesslicher Anblick. Wenn Sie diesen Augenblick erleben möchten, dann sprechen Sie uns gerne an. Wir stellen Ihnen die perfekte Expeditionsseereise entlang der Küsten Nordamerikas zusammen!